Motivation und Persönlichkeitsmerkmale
Definition Motivation
Motivation beschreibt die momentane Ausrichtung, Intensität und Ausdauer in Bezug auf ein Handlungsziel. Sie ist das Produkt aus den individuellen Merkmalen einer Person (Motive) und den Eigenschaften der aktuellen Situation, in der Anreize auf die Motive einwirken und sie aktivieren.
Definition Persönlichkeitsmerkmale
Persönlichkeitsmerkmale sind stabile, individuelle Eigenschaften und Verhaltensmuster, die beeinflussen, wie ein Mensch denkt, fühlt und handelt. Sie spiegeln typische Reaktionen auf bestimmte Situationen wider und bleiben über die Zeit und in verschiedenen Lebensbereichen relativ konsistent. Zu den Persönlichkeitsmerkmalen zählen unter anderem:
- Offenheit: Interesse an neuen Erfahrungen, Kreativität, Neugier
- Extraversion: Geselligkeit, Energie, Offenheit im Kontakt mit anderen
- Gewissenhaftigkeit: Zielstrebigkeit, Organisation, Verantwortungsbewusstsein
- Verträglichkeit: Kooperationsbereitschaft, Mitgefühl, Freundlichkeit
- Neurotizismus: Emotionale Instabilität, Reizbarkeit, Stressanfälligkeit
Das DISC-Modell (Dominance, Influence, Steadiness, Compliance) ist ein bekanntes Instrument, das im Berufscoaching und in der beruflichen Entwicklung eingesetzt wird. Es beschreibt vier grundlegende Verhaltenstendenzen:
- Dominanz (D): Personen mit einem hohen Dominanz-Wert bevorzugen Herausforderungen und Entscheidungen. Sie fühlen sich in Führungsrollen wohl, die Autonomie und Problemlösung erfordern.
- Einfluss (I): Menschen mit hohem Einfluss-Wert schätzen soziale Interaktionen und motivierende Tätigkeiten. Sie finden sich häufig in Berufen wieder, die Kommunikation und zwischenmenschliche Beziehungen erfordern.
- Stetigkeit (S): Personen mit einem hohen Stetigkeit-Wert legen Wert auf Sicherheit und Teamarbeit. Sie bevorzugen stabile Arbeitsumfelder mit klaren Strukturen.
- Gewissenhaftigkeit (C): Menschen mit hoher Gewissenhaftigkeit sind detailorientiert und analytisch. Sie fühlen sich in Berufen wohl, die Präzision und Sorgfalt erfordern, wie z. B. in der Buchhaltung oder Forschung.
Das DISC-Modell hilft, den Arbeitskontext zu definieren, der für unterschiedliche Persönlichkeitstypen motivierend und erfüllend ist.
Reflexion beruflicher Erfahrungen
Ein zentraler Bestandteil des Berufscoachings ist die Reflexion beruflicher Erfahrungen, um unbewusste Motivationen und Bedürfnisse zu erkennen:
- Freude am Arbeitsplatz: Welche beruflichen Tätigkeiten oder Projekte haben positive Gefühle ausgelöst? Solche Erlebnisse geben Aufschluss über die bevorzugten Arbeitsbedingungen.
- Unzufriedenheit und Frustration: Welche Rahmenbedingungen oder Aufgaben haben negative Emotionen hervorgerufen? Das Hinterfragen solcher Erfahrungen hilft, berufliche Aspekte zu vermeiden, die nicht zu den persönlichen Präferenzen passen.
Fazit
Durch das Verständnis von Persönlichkeitsmerkmalen und die Reflexion beruflicher Erfahrungen können Klienten eine erfüllendere berufliche Ausrichtung finden. Das DISC-Modell und die gezielte Analyse beruflicher Erlebnisse bieten wertvolle Ansätze, um individuelle Stärken und berufliche Präferenzen klarer zu definieren und langfristig die Zufriedenheit am Arbeitsplatz zu steigern.