Lektion 1: Was ist Provokatives Coaching?


Provokatives Coaching ist eine Methode, die mit Humor und Herausforderung arbeitet. Ziel ist es Gelächter und Widerstand gegen das eigene, selbstschädigende Verhalten des Klienten zu provozieren. Provokatives Coaching kann als Bereicherung in fast jeder anderen Coaching-Form genutzt werden. Meist ähnelt es dem freundschaftlich-frechen Umgangston zwischen Menschen, die sich sehr mögen. Durch humorvolle Provokation wird der Widerspruchsgeist, die Selbstverantwortung und Eigenständigkeit des Klienten herausgefordert.

Es ist eine Coaching Methode basierend auf Augenhöhe. Schädigende Verhaltensweisen des Klienten werden auf die Schippe genommen, persifliert und begeistert bejubelt. Dieses Coaching ermöglicht, über sich selbst zu lachen. Denn das Lachen wird als starke Emotion genutzt, die zur Veränderung des Klienten führt. Es geht nicht darum den Klienten auszulachen, sondern darum dass der Klient über sich selbst lachen kann und sich nicht mehr so ernst nimmt.

Es gibt wichtige Grundprinzipien. Dazu gehören die Grundprinzipien LKW. LKW steht für Liebevolles Karikieren des Weltbild des Anderen. Oder alternativ der Wachstumsbremsen des Anderen, dazu gehören Feigheit, Faulheit und Fixierung (nach Dr. E. Noni Höfner). Grundvoraussetzung für Provokative Interventionen ist das „L“. Liebevoll, das bedeutet Rapport und unbedingte Wertschätzung. Die Hauptzutaten sind Liebe und Humor.

Die Grundeinstellung des Provokativen Coachs gegenüber seinem Klienten sollte folgende sein: „Ich mag ihn, ich schätze ihn, er ist mir sympathisch, auch wenn sein Verhalten dämlich ist.“ Diese Einstellung ist jederzeit nonverbal sichtbar und der Klient muss das spüren können. Falls der Coach in dem Moment ein Problem mit dem Klienten haben sollte, dann sollte das Provokative Coaching abgebrochen werden. Denn sonst wird es zynisch und sehr verletzend.

Der Coach erlaubt sich verbal Unverschämtheiten und Frechheiten, nimmt das Verhalten aufs Korn, während er gleichzeitig nonverbal uneingeschränkt Sympathie, Wertschätzung und Zuneigung dem Klienten gegenüber zeigt. Er signalisiert permanent „Du bist ein wertvoller Mensch!“ Die Verhaltensweisen sind manchmal etwas seltsam und das weiß der Klient auch. Aber trotzdem ist der Klient als Person völlig in Ordnung. Als Faustregel kann man sich etwa 10% verbale Frechheiten und auf die Schippe nehmen und etwa 90% nonverbale Zuneigung und unbedingte Wertschätzung merken.

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