Lektion 11: Veränderung und Abschluss
Phase der Veränderung
In dieser Phase finden die meisten Interventionen statt. Dies ist das, was viele als das „eigentliche Coaching“ betrachten. Methoden, die hier zum Einsatz kommen (können), sind z.B.
- Fragetechniken wie Meta-Modell
- Zirkuläre und systemische Fragen, oft als Interventionen
- Wahrnehmungspositions-Wechsel
- Glaubenssatzarbeit
- Balance zwischen emotionaler und rationaler Ebene
- Reframing
- Timeline
Zusätzlich können die Klienten noch Aufgaben erhalten, die den Prozess und ihre Entwicklung unterstützen, z.B. das Führen eines Coaching-Tagebuchs. Der Ablauf einer Coaching-Sitzung lässt sich nicht planen. Die Interventionen sind selten pure NLP-Formate, sondern eine Kombination aus Methoden und Vorgehensweisen, die sehr individuell und situativ eingesetzt werden. Dies erfordert vom Coach eine hohe Methoden-Sicherheit und Kompetenz in der Anwendung. Gleichzeitig wird auch der Transfer ins berufliche und private Umfeld im Auge behalten.
Abschlussphase
Sobald sich der Coaching-Prozess dem Ende nähert, wird es Zeit, ein Resümee zu ziehen. Diese Phase dient der Reflexion und Analyse des Prozesses. Wie waren Beginn, Verlauf, wesentliche Veränderungs-Momente? Im Abschlussgespräch erhält der Klient auch ein Feedback über seine Entwicklung und wird zur Selbstreflexion angeregt: Was konnte er lernen, entwickeln, neu anwenden? Wo kann ein Transfer auf andere Situationen und Kontexte erfolgen? Wie ist der Ausblick, was sind jetzt die nächsten Perspektiven und Schritte? Zudem hat der Klient die Möglichkeit, dem Coach ein Feedback über den erlebten Coachingprozess zu geben. Was war schwierig, was war förderlich, wo ging es so richtig voran? Ein klarer Abschluss ist auch ein deutliches Signal, dass die professionelle Begleitung durch den Coach jetzt zu Ende ist.
Manchmal wird die Abschlussphase vom Klienten nicht mehr als notwendig gesehen. Sein Leidensdruck ist weg, das Ziel erreicht, für ihn ist das Thema damit erledigt. Manche sehen den Abschlusstermin als zusätzliche Geld-Macherei des Coaches an. Daher macht es Sinn, bereits in der Auftragsklärung diesen Aspekt der Reflexion anzusprechen und die Phase möglichst in der vorletzten geplanten Coaching-Sitzung einzuleiten.
Eine kurze Abschlussphase erfolgt sinnvollerweise auch am Ende jeder Coaching-Einheit, unabhängig vom Gesamtprozess. Dabei sollte der Klient das Setting in einem positiven Zustand verlassen. Er sollte soweit in der Lage sein, die Sitzung als abgeschlossen zu betrachten, selbst wenn emotional oder gedanklich noch einige Themen nachwirken. Da ein Coaching jederzeit beendet werden kann, ist ein klarer Abschluss jeder Sitzung wichtig.
Der Coaching-Prozess ist zu Ende, wenn das vereinbarte Ziel des Klienten erreicht wurde oder ein Ergebnis erzielt wurde, mit dem beide zufrieden sind.