Lektion 2: Ethisches Handeln als Coach

Menschen, die sich mit ihren persönlichen und beruflichen Themen vertrauensvoll an einen Coach wenden, geben damit einiges von sich preis. Daher müssen sie sich darauf verlassen können, dass ihre Themen vertraulich behandelt werden und sie Wertschätzung und Achtung erfahren. Der Markt für Coaches und Berater ist nicht einheitlich geregelt, die Berufsbezeichnungen sind nicht geschützt. So gibt es eine Vielfalt an Ansätzen und Arbeitsweisen, sowohl, was Methoden im Coaching betrifft, als auch in der Aus- und Weiterbildung von Coaches. Viele bieten gute Qualität, doch es gibt auch einige schwarze Schafe.

Um Qualität und Transparenz  für Klienten und Kunden sicherzustellen, haben einige Ausbildungs- und Berufsverbände für Coaches gemeinsam einen Berufskodex für die Weiterbildung[1] erstellt. In diesem Kodex verpflichten sie sich selbst zur Einhaltung bestimmter Standards und ethischen Richtlinien.  Jeder Coach, der auch entsprechend Mitglied in einem Berufsverband ist, hat die Möglichkeit, diesen Berufskodex zu unterzeichnen und damit auch den Kunden gegenüber deutlich zu machen, dass er sich dessen Richtlinien verpflichtet fühlt und entsprechend handelt. Darüber hinaus haben viele Mitgliedsverbände wie z.B. der DVNLP[2] auch einen eigenen Ethik-Kodex definiert.

Ein Ethik-Kodex trifft zum Beispiel Aussagen über

  • das eigene Menschenbild und ein generelles Bekenntnis zum Schutz der Menschenwürde
  • eigene Werte in Bezug auf Coaching und Handeln als Coach (Freiwilligkeit des Coachings, Diskretion und Verschwiegenheit, Begleitung des Klienten statt Belehrung, Wertschätzung, Achtung , Respekt und Toleranz)
  • die Definition darüber, was Coaching bedeutet
  • professionelles Verhalten, Integrität und Ausschluss von Rollenmissbrauch
  • die Sicherstellung von Qualität: kontinuierliche Weiterbildung, Evaluation und die Selbstverpflichtung, das Handeln als Coach regelmäßig professionell zu reflektieren (Supervision, Intervision, Selbsterfahrung)
  • die Bereitschaft, Grenzen des eigenen Könnens oder der angewandten Methoden zu beachten und ggf. das Coaching nicht weiterzuführen
  • Transparenz dem Klienten gegenüber, z.B. über angewandte Verfahren, Methoden und deren Wirkungsweisen, wenn dieser dies wünscht
  • wahrheitsgemäße Aussagen über Ausbildungen, Methoden und Erfahrungen den Auftraggebern gegenüber
  • fairen Umgang mit Geschäftspartnern und Kollegen, Ausbildungsteilnehmern und Klienten
  • die Zusicherung, nicht Mitglied einer Sekte zu sein.

Lese Dir, wenn Du möchtest, den jeweiligen Ethik-Kodex einzelner Verbände einmal durch, Du findest sie im Internet. Überlege Dir, was konkret für Dich wichtig ist. Wie ist Deine Einstellung, Deine Definition von ethischem Vorgehen im Coaching? Wem oder was fühlst Du Dich verpflichtet? Wo liegen Deine Grenzen? Was möchtest Du selbst auf jeden Fall beachten, was schließt Du für Dich aus (z.B. welche Aufträge würdest Du nicht annehmen)? Erstelle für Dich selbst einen Kodex, er dient Dir als Orientierung für Dein Handeln und in der Auftragsklärung mit Klienten.

[1] https://forumwerteorientierung.de/berufskodex-fur-die-weiterbildung/

[2] https://www.dvnlp.de/der-dvnlp/ethik-kodex/

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