Lektion 3: Bestimmung der Kernkompetenzen
Was kann als Kernkompetenz angesehen werden?
Was nehmen andere als Deine Kernkompetenz wahr?
Wo fühlst Du Dich sicher genug und hast Erfahrung, um von Kernkompetenz sprechen zu können?
Man kann hier drei Informationsquellen anzapfen, um diese Fragen leichter zu beantworten: Deine Intuition, Deinen analytischen Verstand und das Feedback anderer.
Deine Intuition
Im Gespräch mit anderen kommen den meisten Menschen die besten Ideen. Dies gilt auch für Coachs. Durch den Austausch mit dem Gegenüber erschließen sich einem Zusammenhänge besser, man bekommt neuen Input und kann seine Aufmerksamkeit auf Aspekte richten, die vorher unbemerkt blieben. Nur werden die erlangten Erkenntnisse oft schon nach kurzer Zeit vergessen. Es kann sich daher lohnen, gezielt Gespräche mit Kollegen und Kunden mitzuschneiden. Oft merkt man dann beim späteren Anhören, wo bestimmte Stärken von einem liegen. Verwendet man zum Beispiel häufig gute Metaphern, kann dies eine Stärke sein. Erzählt man oft von seinen Erfahrungen vom mittleren Management, kann dies eine Kernkompetenz darstellen.
Dein analytischer Verstand
Mit einem einfachen Fragenkatalog, den man sich im Laufe von 1-2 Monaten immer wieder stellt, kann man sich bewusst über seine Kernkompetenzen werden.
- Was sind die sieben größten Leidensdruckthemen Deiner potenziellen Kunden?
- Welches Problem Deiner Kunden kannst Du am besten lösen?
- Was sind, neben Deiner Arbeit, Deine fünf wichtigsten Interessensgebiete?
- Gibt es zu Deinen Coachingthemen Erfolgsgeheimnisse (zum Beispiel „Die 10 wichtigsten Strategien für erfolgreiches Fasten“)
- Welches sind die fünf erfolgreichsten Projekte, die Du mit Deinen Kunden umgesetzt hast? Welche Kernkompetenzen hast Du dabei eingesetzt?
- Was wird von Personen/Unternehmen im Gebiet Deiner Kernkompetenz immer wieder falsch gemacht?
- Was sind aktuelle Themen und Trends Deines Fachbereichs?
- Was sind die drei provokativsten Thesen, die Du zu Deinem Fachbereich formulieren kannst?
- Was bekommt Dein Kunde nur bei Dir?
- Zu welcher Zielgruppe hast Du eine besondere Beziehung?
- Gibt es bestimmte Fähigkeiten oder fachliches Wissen, dass Du zurzeit noch nebenbei an Kunden weitergibst, damit aber enormen Nutzen bietest?
Das Feedback anderer
Eine Beurteilung durch Kollegen, Kunden und Bekanntenkreis ermöglicht einen objektiveren Blick auf die eigenen Kompetenzen. Nicht selten wird man dadurch seine Selbsteinschätzung anpassen müssen, was aber von immenser Wichtigkeit ist, will man kongruent sein. Man hat aber auch die Chance, auf neue Stärken von sich aufmerksam zu werden. Eine bewährte Methode für solch eine Beurteilung ist ein Fragebogen mit relativ allgemeinen Fragen. Dies ist wichtig, da der Beurteiler frei assoziieren soll und auch querdenken darf, um zu einem guten und ehrlichen Ergebnis zu kommen.
- Was sind meine besonders positiven Eigenschaften in Gesprächen und Coachings?
- Was ist mein Markenzeichen?
- Wenn es ein „Wer-wird-Millionär?“ mit Coachingthemen gäbe, zu welchen würdest Du mich als Telefonjoker anrufen?
- Welche meiner Eigenschaften können in Coachings und Gesprächen manchmal auf den Wecker gehen? Warum? Wie ließen sich diese ins Positive verkehren?
- Einmal angenommen, Du wärst Marketingberater, und ich würde mich selbstständig machen. Für welche Zielgruppe/Branche wäre ich, Deiner Einschätzung nach, ein kompetenter Berater?