Lektion 9: Überblick Coaching-Prozess

Ein Coaching-Prozess verläuft idealerweise in bestimmten Phasen, unabhängig vom Thema, Kontext oder Dauer des Coachings. Die Phasen bauen aufeinander auf und sind meist eine notwendige Voraussetzung, um in der nächsten Phase kompetent weiterarbeiten zu können. Letztlich hängt auch der Erfolg des Coachings davon ab, wie sauber die einzelnen Bereiche durchlaufen werden. Hier eine Übersicht über den Verlauf und grundlegende Merkmale der jeweiligen Phasen, sie werden in den nächsten beiden Kapiteln ausführlicher behandelt.
Die vier Phasen des Coaching-Prozesses im Überblick:[1]
- Klärung
- Orientierung
- Veränderung
- Abschluss
- Klärung (wurde bereits in Lektion 5 - Auftragsklärung und Fallen - ausführlich beschrieben)
- Kontaktaufnahme, Kennenlernen, Beziehungsaufbau
- Problem- und Zieldefinition
- Rahmenbedingungen und Erwartungshaltung klären
- Wer? Was? Wo? Weshalb? Wofür? Wie häufig?

- Orientierung
- Überprüfung von Problem / Ziel in Bezug auf systemische Auswirkungen
- Beteiligte klären: Wer ist Teil des Problems / Teil des Ziels?
- Genaues Nachfragen zu Problem, Ziel und Ressourcen des Klienten
- Einordnung: auf welcher logischen Ebene liegt das Problem bzw. die Lösung?
- Veränderung
- Veränderungsarbeit mit dem Klienten
- Einsatz von spezifischen Methoden und Interventionen
- Abschluss
- Abschlussgespräch
- Resümee und Feedback

Die Phasen sind Anhaltspunkte über einen optimalen Coaching-Prozess. Natürlich überschneiden sich auch manche Phasen bzw. greifen ineinander über. Auch in den ersten Sitzungen können kurze und notwendige Interventionen stattfinden. Bestimmte Fragen tauchen möglicherweise erst später auf und werden dann entsprechend geklärt. Auch unvorhersehbare Ereignisse können den Prozess beeinflussen. Dennoch sollte dem Coach immer bewusst sein, wo er sich gerade mit seinem Klienten befindet, um den Prozess gut steuern zu können.
[1] nach Carlos Salgado