Anwendung im Coaching
Als Coachee
„Viele Menschen, die wie ich denken, kommen ins Coaching, weil sie an einem Punkt angekommen sind, an dem ihre gewohnten Denkstrukturen nicht mehr ausreichen“, erklärt Eryan ruhig, während er auf den Blick in die Ferne verweilt. „Die Probleme, die sie damit lösen wollen, sind nicht nur logisch, sondern beinhalten oft Emotionen oder Beziehungen – Dinge, die sich nicht so leicht in Formeln oder klare Definitionen fassen lassen. Oft passiert das, wenn wir merken, dass wir mit reiner Logik nicht mehr weiterkommen. Wir wissen viel, aber was wir nicht wissen, ist, wie wir mit Gefühlen umgehen sollen, die nicht so greifbar sind.“
„Ich selbst habe oft genug das Gefühl, dass meine eigene Logik versagt, wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht“, fährt er fort. „Anfangs könnte es so wirken, als ob ich keine Fragen stelle oder keine Hilfe brauche, weil mein Wissen scheinbar schon ausreicht. Doch das wahre Problem liegt oft tiefer, in den Bereichen, die ich vielleicht nicht einmal benennen kann, wenn ich mich darauf konzentriere. In diesen Momenten gehe ich ins Coaching, um zu lernen, wie ich aus meiner Gedankenwelt heraus und in den Bereich der Gefühle und Handlungen gelange. Aber der wahre Grund für meine Anwesenheit ist nicht immer offensichtlich.“
„Als Coach solltest Du wissen, dass ich nicht direkt mit meinen Emotionen um mich werfe“, sagt er mit einem leicht anerkennenden Blick. „Die Herausforderung für Dich wird darin liegen, mich zu einem Punkt zu führen, an dem ich nicht nur über Dinge nachdenke, sondern auch anfange, sie zu fühlen und zu handeln.“
Er macht eine kurze Pause und fügt dann hinzu: „Du solltest nicht einfach noch mehr Wissen zu dem, was ich schon weiß, hinzufügen. Das ist nicht das, was ich brauche. Vielmehr geht es darum, mir zu helfen, den Schritt in die Praxis zu wagen, auch wenn das bedeutet, dass ich meine gewohnten Denkmuster hinter mir lassen muss.“
Als Coach
„Wenn Du selbst mit Muster 5 arbeitest, gibt es viele Stärken, die Du nutzen kannst“, sagt Eryan, während er einen tiefen Atemzug nimmt und überlegt, wie er die Perspektive des Coaches beschreibt. „Du bist jemand, der in der Lage ist, präzise und scharfsinnig zu beobachten. Deine Fähigkeit, Dinge zu analysieren und zu verstehen, ist beeindruckend. Du siehst das große Bild, ohne Dich in Einzelheiten zu verlieren. Du kannst unglaublich klare und fundierte Einsichten bieten, die Deinem Coachee helfen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen.“
„In stressigen Situationen bleibst Du ruhig und behältst einen kühlen Kopf. Das macht Dich zu einem wertvollen Begleiter, wenn die Situation um den Coachee herum chaotisch wird. Du verstehst es, den Raum zu halten, ohne Dich von der Unruhe anstecken zu lassen.“
„Aber Du wirst auch Deine Entwicklungsfelder erkennen müssen“, fährt Eryan nachdenklich fort. „Da Du gerne in der Theorie bleibst, kann es passieren, dass Du den emotionalen Bereich des Coachees übersiehst. Du bist so gut darin, Wissen zu vermitteln und zu analysieren, dass Du leicht die praktische Anwendung und die emotionalen Bedürfnisse aus den Augen verlieren kannst. Es könnte der Fall sein, dass Du den Coachee mit zu vielen Informationen überschwemmst, ohne ihn in die Lage zu versetzen, wirklich zu handeln.“
„Als Coach musst Du darauf achten, nicht zu sehr in der Theorie zu bleiben“, warnt Eryan. „Du musst wissen, wie Du den Coachee dazu anregen kannst, das Gelernte in die Praxis umzusetzen, anstatt ihn mit abstrakten Konzepten zu beladen, die ihn möglicherweise blockieren. Die Emotionen sind ein wichtiger Bestandteil, den Du berücksichtigen musst, und auch das Handeln, nicht nur das Denken.“
Zusammenfassung der Stärken und Entwicklungsfelder:
Stärken als Coach:
- Scharfsinnige, präzise Beobachtungen, die den Coachee zur Klarheit führen können
- Fähigkeit, in schwierigen oder stressigen Situationen Ruhe und Stabilität zu bewahren
- Tiefes Verständnis für komplexe Themen und Zusammenhänge
- Fähigkeit, klar und strukturiert zu kommunizieren und Lösungen zu präsentieren
Entwicklungsfelder als Coach:
- Gefahr, zu sehr in Theorien und Konzepten zu verweilen, ohne den emotionalen Bereich zu integrieren
- Tendenz, Coachees mit Wissen zu überfluten, anstatt sie zur praktischen Umsetzung zu ermutigen
- Schwierigkeit, spontan und flexibel auf die emotionalen Bedürfnisse des Coachees zu reagieren
- Herausforderung, den Coachee ins Handeln zu führen, anstatt sich in abstrakten Denkmustern zu verlieren