Anwendung im Coaching
Kara begleitet Dich zu einem Trainingsplatz, wo Dorfbewohner sich in Rollenspielen üben. Sie erklärt:
„Menschen wie ich kommen ins Coaching, wenn wir auf ein Problem stoßen, das wir nicht einfach mit Stärke lösen können. Vielleicht merken wir, dass wir nicht so mit Menschen umgehen, wie wir glauben. Oder wir realisieren, dass unsere Stärke manchmal falsch verstanden wird – dominant statt unterstützend. Das ist der Moment, in dem wir uns Hilfe suchen, um effektiver, feinfühliger und ausgeglichener zu werden.“
Als Coachee
„Wenn Du mit uns arbeitest, musst Du klar, direkt und praktisch sein“, betont Kara. „Wir mögen es nicht, wenn jemand um den heißen Brei herumredet oder unsere Zeit mit Nebensächlichkeiten verschwendet. Wir wollen Ergebnisse sehen und schätzen Coaches, die uns konkrete, umsetzbare Schritte zeigen.“
Kara fährt fort: „Manchmal zeigen wir im Coaching auch einen Hauch von Verletzlichkeit. Das ist nicht leicht für uns – und dann brauchen wir jemanden, der uns nicht drängt oder überfordert. Sei sanft und respektiere diese Momente. Wir wissen meistens, wie wir auf andere wirken, aber wir wollen lernen, das bewusster zu steuern.“
Sie lächelt: „Rollenspiele können uns enorm helfen. Sie machen Probleme greifbar und erlauben uns, neue Verhaltensweisen auszuprobieren – ohne dabei unser Gesicht zu verlieren.“
Als Coach
„Unsere Stärke macht uns zu effektiven Coaches“, sagt Kara. „Wir erkennen schnell, worauf es ankommt, und haben ein gutes Gespür für Machtstrukturen. Wir fördern Selbstvertrauen und Mut in anderen und scheuen uns nicht, klar und ehrlich zu sein.“
Doch Kara hebt auch hervor: „Unsere Herausforderung liegt darin, unsere Energie bewusst einzusetzen. Wir können zu direkt sein, zu sehr Anweisungen geben oder zu schnell entscheiden, was ‚das Beste‘ für den anderen ist. Manchmal müssen wir langsamer werden, mehr Einfühlungsvermögen zeigen und offene Fragen stellen, statt direkt Lösungen vorzuschlagen.“
Sie schaut Dich eindringlich an: „Wenn wir als Coaches nicht aufpassen, könnten wir andere von uns abhängig machen – sie dazu bringen, immer unsere Stärke zu suchen, statt ihre eigene zu entwickeln. Das wäre ein Fehler. Stattdessen müssen wir lernen, Vertrauen in die Eigenständigkeit unserer Coachees zu setzen und ihnen Raum zu geben, ihre eigenen Wege zu finden.“
Zusammenfassung der Stärken und Entwicklungsfelder
Stärken als Coach:
- Klar und direkt auf den Punkt kommen.
- Instinktiv Machtspielchen durchschauen und Lösungen anbieten.
- Anderen Selbstvertrauen, Mut und Durchsetzungskraft vermitteln.
Entwicklungsfelder:
- Bewusst mit der eigenen Energie umgehen, ohne andere zu dominieren.
- Geduld entwickeln und offener für die Gefühle und Bedürfnisse der Coachees werden.
- Weniger Ansagen machen, stattdessen offene Fragen stellen und zuhören.
- Die eigene Verletzlichkeit als Stärke anerkennen, um Coachees zu ermutigen, dasselbe zu tun.
- Coachees ermutigen, unabhängig zu werden, statt dauerhaft auf die Stärke des Coaches zu bauen.