Anwendung im Coaching
Kirstin führt Dich zu einem klar strukturierten Trainingsplatz, an dem Dorfbewohner sich in der Kunst der Selbstbeherrschung üben. Sie sagt ruhig:
„Menschen wie wir kommen ins Coaching, wenn wir merken, dass uns unsere Selbstkritik und unser Perfektionsdrang nicht weiterbringen. Vielleicht haben wir das Gefühl, immer wieder gegen uns selbst zu kämpfen – ohne wirklich voranzukommen. Wir stoßen an unsere eigenen Grenzen, erkennen, dass wir uns selbst nicht mehr objektiv sehen können, und dann suchen wir Unterstützung, um aus dieser Spirale der Selbstoptimierung herauszufinden.“
Als Coachee
„Wenn Du mit uns arbeitest“, erklärt Kirstin, „musst Du Klarheit und Struktur bieten. Wir sind nicht an theoretischen Konzepten interessiert, sondern brauchen konkrete, praktikable Schritte. Wir neigen dazu, uns in Details zu verlieren, also sei präzise und unterstütze uns dabei, den Überblick zu behalten. Wir wollen die richtige Richtung finden – schnell und effizient.“
Kirstin fährt fort: „Wir zeigen im Coaching nicht gerne unsere Unsicherheiten, aber tief im Inneren wissen wir, dass es manchmal notwendig ist, uns auf unsere eigenen Fehler und Schwächen einzulassen. In solchen Momenten brauchen wir jemanden, der uns nicht verurteilt oder noch mehr Druck aufbaut. Sei ruhig, aber bestimmt, und hilf uns, uns selbst nicht weiter zu zerreißen.“
„Wahre Stärke im Coaching bedeutet für uns auch, die Last der Perfektion von uns zu nehmen“, fügt sie hinzu. „Es ist oft eine Herausforderung, uns zu akzeptieren, ohne sofort einen Fehler darin zu finden. Du wirst uns anleiten müssen, wie wir gesunde Selbstakzeptanz entwickeln können, ohne dabei unsere hohen Standards aufzugeben. Vielleicht helfen Rollenspiele, um neue Verhaltensweisen auszuprobieren, die uns zunächst ungewohnt erscheinen.“
Als Coach
„Unsere Stärken als Coaches liegen in unserer Klarheit und Struktur“, sagt Kirstin. „Wir erkennen schnell, was wichtig ist, und können gut einschätzen, wie Dinge effizient umgesetzt werden. Unsere Disziplin und unser starkes Verantwortungsgefühl machen uns zu guten Begleitern auf dem Weg des Coachees.“
Doch sie fügt hinzu: „Unser Entwicklungspotenzial als Coaches liegt darin, unsere Energie gezielt einzusetzen. Manchmal neigen wir dazu, zu direkt oder gar zu kritisch zu sein, ohne den emotionalen Kontext zu berücksichtigen. Wir müssen lernen, mit mehr Einfühlungsvermögen zu arbeiten, ohne unsere Klarheit zu verlieren. Statt Lösungen sofort anzubieten, sollten wir mehr Raum für den Coachee schaffen, damit er selbstständig Lösungen finden kann.“
Kirstin schaut Dich fest an und sagt: „Wenn wir als Coaches nicht aufpassen, könnten wir unbewusst dazu führen, dass sich unsere Coachees zu sehr auf uns verlassen und nicht ihre eigene Selbstakzeptanz entwickeln. Wir müssen lernen, ihren Weg zu respektieren, und ihnen helfen, ihre eigene Autonomie zu finden, ohne immer weiter in die Falle der Selbstoptimierung zu tappen.“
Zusammenfassung der Stärken und Entwicklungsfelder
Stärken als Coach:
- Klare Kommunikation und strukturierte Vorgehensweise.
- Fähigkeit, Lösungen schnell zu erkennen und effizient umzusetzen.
- Verantwortung und Disziplin im Coachingprozess.
Entwicklungsfelder:
- Sensibler Umgang mit der eigenen Energie, um den Coachee nicht zu überfordern.
- Mehr Geduld und Einfühlungsvermögen entwickeln, besonders in emotionalen Momenten.
- Weniger direkter Einfluss, stattdessen den Coachee dazu anregen, selbst Lösungen zu finden.
- Das eigene Bedürfnis nach Perfektion anerkennen und erkennen, wann es zu viel ist, um den Coachee nicht zu überlasten.