Aufgaben & Experimente

Hausaufgaben (Experimente)

Aufgaben können eine starke und wichtige Übertragungsfunktion für den Alltag sein. Die wichtigste Phase im Coaching ist die Zeit zwischen zwei Coachings. Denn dort zeigt sich, was das Coaching wirklich bewirkt hat. Um die Wahrscheinlichkeit einer gelingenden Veränderung zu erhöhen, können Aufgaben mitgegeben werden. Vorausgetzt der Coachee sieht das auch als sinnvoll an. Es gibt Coaches die davon wenig halten, Aufgaben mitzugeben – man ist ja kein Lehrer – ich (Marian Zefferer) habe damit nur gute Erfahrungen gemacht, aber jeder Coach muss das natürlich für sich entscheiden.




Beobachtungsaufgabe

Die niederschwelligste Aufgabe – die man durchaus auch Klienten vom Typ ‚Beklagender‘ zumuten kann, sofern sie irgendwie einen Sinn darin sehen – sind sogenannte Beobachtungsaufgaben. Dabei wird die Aufgabe mitgegeben, etwas Bestimmtes zu beobachten. Zum Beispiel: „Führen sie mal eine Liste, wie oft Ihre Kinder etwas Nettes zu Ihnen sagen.“ (um den Fokus auf das Positive zu verstärken) Oder: „Wie oft geben Sie ungefragt Ratschläge?“ (um die Reflexion in diesem Bereich zu verstärken) Aber auch um Muster besser zu verstehen, kann eine Beobachtungsaufgabe sinnvoll sein. Zum Beispiel, wenn jemand morgen schwer aus dem Bett kommt: „Schreiben Sie mal mit, wann Sie morgens aufstehen und wie gut sie sich auf einer Skala von 1 bis 10 fühlen. Schreiben Sie dann auf, was Sie am Vortag vor dem schlafen gehen gemacht haben.“ Mitschreiben ist nicht immer notwendig, oft reicht auch der Fokus darauf.


Aufgaben mitgeben

Abgesehen von Beobachtungsaufgaben gibt es eine Fülle an Aufgaben, die man mitgeben kann. Angefangen von den ToDos die sich der Coachee selbst gesetzt hat, über das Ausprobieren von Meditation, hin zur Anwendung einer schlagfertigen Antwort beim Ehemann kann theoretisch alles mitgegeben werden. Voraussetzung ist immer, dass der Coachee einen Sinn darin sieht, andernfalls machen die Coachees es sowieso nicht.


Aufgabe (Musterunterbrechung)

Muster können sehr leicht unterbrochen werden, indem man die Abfolge des Musters verändert, ein neues Element einfügt, oder ein Element weglässt. Am einfachsten hat sich für viele das Einfügen eines neuen Musters etabliert. Also zum Beispiel das Werfen einer Münze, bevor man ein bestimmtes Muster (Workaholic-Dasein, Schokolade essen, usw.) ausführt. Allein das Werfen einer Münze hat bereits die Kraft das Muster zu verändern, da der Ablauf des Musters irritiert ist. Zusätzlich kann man an das Ergebnis der Münze auch eine Bedingung knüpfen: zB Kopf -> Schokolade aufessen, Zahl –> zurücklegen. Dies gelingt, ohne dem Hinzufügen eines neuen Elementes (die Münze) normalerweise nicht, aber gerade, weil das Muster irritiert ist, klappt das sehr oft sehr gut.


Praxisbeispiel Hausaufgabe - Milton Erickson




Aufgabe: in den Alltag einweben - Fallbeispiel

In diesem Fallbeispiel kam die Metapher des Wildschweines auf (= welches für Prokrastination steht) und da die Klientin auch im echten Leben mit Wildschweinen in Kontakt kommt wurde eine Brücke zwischen diesen zwei Welten gebaut. Dies wurde in Form einer Reflexions- bzw. Beobachtungsaufgabe realisiert.




Aufgabe: Update schreiben - Fallbeispiel

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