Phase 03: Auftragsklärung



Mögliche Fragen für den Einstieg

In der dritten Phase erfragen wir, mit welchem Ziel oder Problem der Coachee zu uns gekommen ist. Mögliche Einstiegsfragen lauten:

  • Was möchten Sie gerne für sich tun? (Ziel, Aktivitätsfokus auf den Klienten)
  • Was ist Ihr Problem? (Problemfokus, Sache)
  • Womit kommen Sie nicht klar? (Problemfokus, Person)
  • Was ist Ihr Ziel für diese Stunde? (Zielfokus bzw. Fokus auf kleine Schritte)
  • Woran möchten Sie gerne arbeiten? (Vorannahme: der Klient arbeitet)
  • Wobei soll ich Ihnen helfen? (Vorannahme: der Klient braucht/bekommt Hilfe)
  • Was möchten Sie gerne verändern? (Vorannahme: der Klient will/kann etwas verändern)


Fallbeispiel: Einstiegsfrage

Bei diesem Fallbeispiel gibt es jetzt natürlich viele Punkte wo man dann noch nachhaken kann.


Das ZENTRAL-Format

Dieses Format eignet sich theoretisch auch zur Informationssammlung am Telefon. Das Telefonat sollte sich dann aber auf eine kurze Beantwortung der Fragen innerhalb eines Zeitrahmens von ca. 15 Minuten beschränken. Für Telefongespräche dieser Art gilt: Der Klient beantwortet die Fragen, der Coach interveniert nicht.

Der Coach kann auch unterbrechen, wenn der entsprechende Punkt klar ist, denn sonst ist die erste Stunde überflüssig, und es muss noch einmal alles erfragt werden.



ZENTRAL-Format im Detail

Z.E.N.T.R.A.L.-Format (nach Martina Schmidt-Tanger)

  • Z. = Ziel der Maßnahme Wohin?
  • E. = Effekte der Zielerreichung Wozu?
  • N. = Nutzen/Gewinn des Problems Warum noch immer?
  • T. = Tiefe bzw. vermutete Ursache des Problems Woher?
  • R. = Bisheriger Ressourceneinsatz Womit?
  • A. = Auswirkungen des Leidens Was noch?
  • L. = Leiden, die Symptome selbst Was?

Die Fragen werden in der umgekehrten Reihenfolge zu den Buchstaben oben gestellt!

1. Leiden

  • Was ist Ihr Problem/Leiden/Symptom?
  • Was bewegt Sie?
  • Beschreiben Sie konkret alles, worunter Sie leiden?

2. Auswirkungen

  • Wie wirkt sich das Geschilderte auf Ihre Lebens-/Arbeitsverhältnisse aus? Was soll jetzt geschehen?
  • Was (Wie) denken Sie darüber, dass Sie dieses Problem haben (Metagefühl zum Problem – z.B. der Klient fühlt sich schuldig oder schämt sich dafür)?
  • Wie geht es Ihnen damit, dass Sie das über sich denken? Kennen Sie das?

3. Ressourceneinsatz

  • Was haben Sie schon probiert? Mit welchem Ergebnis? Was soll jetzt passieren?
  • Welchen Stellenwert hat das Coaching, welchen soll es haben?
  • Wie sind Sie auf mich gekommen? Was soll wie helfen?

4. Tiefe

  • Was denken Sie, ist die Ursache des Problems?
  • Wie lange gibt es dieses Problem schon?
  • Was denken Sie, wie es entstanden ist bzw. woher es kommt?
  • Was glauben Sie, wie lange Sie für die Veränderung brauchen?

5. Nutzen

  • Was denken Sie, warum das Problem trotz Ihrer Bemühungen noch besteht?
  • Gibt es etwas, das möglicherweise wichtig oder sinnvoll daran ist oder war?
  • Wie wäre es, wenn dieses Thema Sie nicht mehr beschäftigen würde?
  • Womit würden Sie sich dann beschäftigen müssen?

6. Effekt der Zielerreichung

  • Was wollen Sie erreichen? Für sich, für andere, für die Arbeit?
  • Welche Effekte soll das Coaching haben? Ist das realistisch?
  • Was soll die Lösung des Problems bewirken?

7. Ziel

  • Gibt es ein konkretes Ziel?
  • Welches Ziel wollen Sie als erstes im Coaching bearbeiten?
  • Was wäre ein guter Anfang?
  • Was wäre Ihnen zunächst am wichtigsten?
  • Wo ist die meiste Energie? Was bringt am meisten (sog. Trigger-Veränderung, die weitere Veränderungen automatisch nach sich zieht)?

Dieses Format dient vor allem dazu, eine Struktur in die erste Coachingsitzung zu bringen. Zur Durchführung werden etwa 30 – 60 Minuten benötigt. Insbesondere dann, wenn der Coach an einigen Stellen nachfragt.

Das Ergebnis der Auftragsklärung ist in der Regel Klarheit und ein definierter Auftrag. Für den Coach liegt die Klarheit darin, um was es geht, was anders sein soll und wohin die Reise geht. Für den Coachee ist es durch die besondere Gesprächsführung und dem Nachfragen des Coaches meist auch geklärter. In seltenen Fällen reicht diese Klarheit sogar aus, dass der Coachee das Problem dann für sich alleine löst.



Praxisbeispiel ZENTRAL-Format



Fallbeispiel: Priorisierung des Anliegens


Marians Leitfaden

Dieser Leitfaden ist deutlich kürzer und ist dem Coaching-Stil von Marian angepasst, für Einsteiger empfiehlt sich dieser Minimal-Leitfaden nicht.

Dieser sehr kurze und grobe Leitfaden empfiehlt sich nur, wenn Du bereits viel Coaching-Erfahrung hast. In diesem Fall wirst Du aber höchstwahrscheinlich bereits Deinen eigenen Leitfaden entwickelt haben:

  1. Was ist Dein Anliegen?
    • Nur bei Unklarheit: Wenn die Sitzung sich als extrem hilfreich – ja fast lebensverändernd erwiesen hat – was ist dann nach der Sitzung anders als bisher?
    • Noch immer unklar: Wie kann ich Dich dabei unterstützen?
  2. Was für Lösungsversuche hast Du bisher probiert? Was hat (nicht) funktioniert?
  3. Wenn kein Ziel formuliert wurde: Was möchtest Du mithilfe des Coachings erreichen?
  4. Zusammenfassen der Themen/Ziele: Mit welchem Thema möchtest Du beginnen?

Abschließend frage ich gerne: Was war in dieser Sitzung für Dich hilfreich?


Thema: Nicht-Auftrag - Vom Problem zum Ziel

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