10. Innerer Dialog
Der innere Dialog beschreibt die kontinuierliche Selbstkommunikation, die im Hintergrund abläuft. Oft führt dieser Dialog zu inneren Konflikten, in denen widersprüchliche Anteile – etwa der Teil, der Veränderung anstrebt, und der Teil, der vor Versagen schützt – miteinander ringen. Dieser innere Konflikt beeinflusst das gesamte Erleben des Problems.
Warum ist das wichtig?
Ein negativer, selbstkritischer innerer Dialog kann die Problematik erheblich verstärken. Wenn der Klient ständig mit sich selbst spricht und sich dabei herabsetzt („Ich schaffe das nie“), wird das Problem weiter verfestigt. Der innere Dialog wirkt wie ein Verstärker, der die negative Emotion und die Blockade aufrechterhält.
Praxisbeispiel und Intervention:
Ein Klient hört innerlich eine kritische Stimme, die sagt: „Du bist einfach zu schwach, um das zu ändern.“ Der Coach setzt hier Techniken wie Stuhldialoge ein, um diesen inneren Konflikt sichtbar zu machen. Der Klient wird eingeladen, die verschiedenen Stimmen zu personifizieren – beispielsweise indem er eine kritische und eine unterstützende Stimme in getrennten Stühlen sitzen lässt – und in einen Dialog treten zu lassen. Dadurch wird der innere Dialog differenzierter, und es entsteht Raum für neue, konstruktive Selbstgespräche.
Reflexionsfrage:
Welche inneren Stimmen begleiten dich in problematischen Situationen? Wie könntest du den Dialog so umgestalten, dass die selbstkritischen Anteile weniger dominieren und deine ressourcenorientierten Anteile gestärkt werden?