14. Raum, Alter & Größe – Selbstwahrnehmung im Kontext des Problems

Die innere Wahrnehmung der eigenen Größe, des Alters und der Position im Raum beeinflusst stark, wie problematisch eine Situation erlebt wird. Menschen mit hartnäckigen Problemen erleben sich oft als kleiner, jünger oder hilfloser, als sie in der Realität sind. Dieses Phänomen stammt häufig aus früheren Erfahrungen, die unbewusst in die Gegenwart hineinwirken.

Warum ist das wichtig?
Wenn sich ein erwachsener Mensch in einem Problemkontext innerlich wie ein kleines Kind fühlt, verliert er automatisch Zugriff auf seine erwachsenen Kompetenzen. Er reagiert mit kindlichen Schutzmustern wie Rückzug oder Anpassung, selbst wenn die Situation eigentlich seine erwachsenen Fähigkeiten erfordern würde.

Praxisbeispiel und Intervention:
Eine Klientin, die unter Konfliktangst leidet, berichtet, dass sie sich in Streitsituationen „wie ein fünfjähriges Kind“ fühlt. Der Coach arbeitet hier mit Altersprogression: Die Klientin wird angeleitet, sich innerlich in ihr erwachsenes, kompetentes Ich von heute zu versetzen. Durch körperliche Aufrichtung, den Einsatz von Bodenankern (z. B. „Hier steht mein erwachsenes Ich“) und die bewusste Aktivierung erwachsener Ressourcen wird das kindliche Muster entkoppelt.

Reflexionsfrage:
Welches Alter und welche Größe gibst du dir innerlich, wenn du dein Problem erlebst – und was würde sich verändern, wenn du dich bewusst in dein erwachsenes, kompetentes Ich versetzt?

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