2. Positive vs. negative Konnotation

Dieser Faktor bezieht sich auf die emotionale Bewertung, die der Klient sowohl dem IST- als auch dem SOLL-Zustand zuweist. Probleme entstehen dann besonders stark, wenn der IST-Zustand mit negativen Begriffen belegt wird (z. B. „Ich bin unfähig“ oder „Ich mache alles falsch“) und der SOLL-Zustand als nahezu unerreichbar idealisiert wird (z. B. „Ich muss perfekt sein“).

Warum ist das relevant?
Die Polarisierung in der Bewertung verstärkt die Wahrnehmung des Problems: Der Ist-Zustand wird als bedrohlich empfunden, während der Soll-Zustand als der einzig erstrebenswerte Zustand idealisiert wird. Diese Schwarz-Weiß-Denke lässt kaum Raum für Zwischenlösungen oder die Anerkennung von Teilerfolgen. Sie führt zu einer Verfestigung des negativen Selbstbildes und bindet den Klienten in eine starre Wahrnehmung.

Praxisbeispiel und Intervention:
Ein Klient könnte sagen: „Ich bin einfach unfähig“, was eine starke negative Konnotation darstellt. Der Coach kann hier mit Reframing arbeiten und gemeinsam mit dem Klienten herausfinden, welche positiven Eigenschaften bereits im Ist-Zustand vorhanden sind – beispielsweise könnte aus „unfähig“ eine wertvollere Beschreibung wie „auf der Suche nach Verbesserung“ werden. Dadurch wird der negative Magnetismus der Problemwahrnehmung reduziert.

Reflexionsfrage:
Welche alternativen, weniger polarisierenden Begriffe könntest du für den aktuellen Zustand und das angestrebte Ideal wählen?

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