3. Gescheiterte Lösungsversuche

Gescheiterte Lösungsversuche spielen eine zentrale Rolle in der Stabilisierung der Problemkonstruktion. Wenn ein Klient wiederholt und erfolglos versucht, die wahrgenommene Diskrepanz zu überbrücken, wird dies oft als Bestätigung wahrgenommen: „Ich kann es einfach nicht.“ Diese Erfahrungen verfestigen das negative Selbstbild und führen dazu, dass das Problem als unüberwindbar erlebt wird.

Warum ist das wichtig?
Jeder Fehlschlag verstärkt die Überzeugung, dass das Problem fester Bestandteil der eigenen Identität ist. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, in dem der Klient immer mehr in der Problemtrance verharrt und neue Lösungsansätze gar nicht erst zulässt.

Praxisbeispiel und Intervention:
Ein Klient, der bereits zahlreiche Zeitmanagement-Tools ausprobiert hat, ohne nachhaltigen Erfolg zu erzielen, sieht sich selbst als unfähig, sein Zeitmanagement zu verbessern. Der Coach kann hier gezielt nach Ausnahmen suchen – Momente, in denen der Klient zumindest kleine Fortschritte gemacht hat – und diese als Hinweis darauf nutzen, dass Veränderung möglich ist. Paradoxe Interventionen oder das Anbieten ungewöhnlicher, kreativer Lösungsansätze können helfen, diesen festgefahrenen Kreislauf zu durchbrechen.

Reflexionsfrage:
Welche Muster wiederholen sich bei den gescheiterten Versuchen und welche alternativen Herangehensweisen könnten das Muster unterbrechen?

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