7. Problem-Erklärung
Die Problem-Erklärung umfasst die Narrative, die der Klient zur Ursache seines Problems konstruiert. Häufig werden feste, unumstößliche Erklärungen gefunden, wie „Ich bin einfach so“ oder „Das liegt an meiner Kindheit“ oder „das ist genetisch bedingt“. Solche Erklärungen bieten dem Klienten kurzfristig Sicherheit, verfestigen jedoch langfristig das Gefühl der Unveränderlichkeit.
Warum ist das wichtig?
Wenn ein Problem durch starre Erklärungen verankert ist, schränkt dies die Wahrnehmung von Veränderungsmöglichkeiten ein. Der Klient nimmt an, dass die Ursache des Problems fest und unveränderlich sei, was ihm die Eigenverantwortung und die Fähigkeit zur Veränderung nimmt. Indem die Erklärung als flexibel betrachtet und neu verhandelt wird, öffnet sich der Raum für alternative Deutungen und neue Handlungsspielräume.
Praxisbeispiel und Intervention:
Ein Klient erklärt seine Unsicherheit im Umgang mit Kritik damit, dass er in einer strengen Familie aufgewachsen sei, in der Fehler niemals verziehen wurden. Der Coach hinterfragt diese Erklärung behutsam: „Welche Aspekte deiner Kindheit könnten dir auch geholfen haben, resilient zu werden?“ Dadurch wird der narrative Rahmen erweitert. Es entsteht die Möglichkeit, die Erklärungen umzuschreiben und das Problem nicht als festgeschriebene Tatsache, sondern als veränderlichen Prozess zu erleben.
Reflexionsfrage:
Welche festen Erklärungen nimmst du für dein Problem an? Welche alternativen Narrative könntest du entwickeln, um mehr Flexibilität und Selbstwirksamkeit zu erfahren?