8. Erwartete Konsequenzen

Erwartete Konsequenzen beziehen sich auf die antizipierten Folgen, die der Klient mit seinem Problem verbindet. Oft wird die Zukunft als bedrohlich gesehen, wenn das Problem bestehen bleibt. Diese negativen Erwartungen verstärken das Gefühl der Hilflosigkeit und machen eine Veränderung fast undenkbar.

Warum ist das wichtig?
Wenn der Klient davon überzeugt ist, dass das Beibehalten des Problems zwangsläufig zu katastrophalen Konsequenzen führt (z. B. Jobverlust, Ablehnung durch andere), wird seine Problemwahrnehmung zusätzlich stabilisiert. Diese Erwartungen wirken wie eine selbst erfüllende Prophezeiung, die jede Initiative zur Veränderung blockiert. Durch das Aufbrechen dieser fixen Zukunftsvorstellungen wird Raum für positivere Szenarien geschaffen.

Praxisbeispiel und Intervention:
Ein Klient befürchtet, dass seine anhaltende Unsicherheit im öffentlichen Auftritt letztlich seinen beruflichen Erfolg zerstören wird. Der Coach arbeitet hier mit einer Technik, bei der der Klient zunächst das schlimmste Szenario detailliert beschreibt und anschließend alternative, positivere Zukunftsbilder entwickelt – beispielsweise, wie gezielte Vorbereitung und kleine Erfolgserlebnisse den Auftritt verbessern können. Diese Übung hilft, die fixierte negative Erwartung zu lockern und alternative Wege zu erkennen.

Reflexionsfrage:
Welche negativen Konsequenzen erwartest du, wenn das Problem bestehen bleibt? Wie könnten alternative, positivere Zukunftsvisionen aussehen, die dir mehr Hoffnung und Handlungsspielraum geben?

Vertrag widerrufen