9. Bewertung & Ursache-Wirkungs-Muster
Hier geht es um die inneren Bewertungen, die der Klient seinem Problem zuschreibt, und um die linearen Ursache-Wirkungs-Muster, die daraus entstehen. Oft verankert sich das Problem in der Überzeugung, dass bestimmte Eigenschaften oder Verhaltensweisen zwangsläufig zu negativen Folgen führen.
Warum ist das wichtig?
Diese starren Wenn-dann-Überzeugungen, oft in Form von komplexen Äquivalenzen, begrenzen das Denkspektrum des Klienten. Wenn der Gedanke vorherrscht, dass „Schüchternheit automatisch zu Misserfolgen führt“, dann bleibt jegliche Alternative ausgeblendet. Das starre Muster behindert eine flexible Problemlösung, weil es kaum Raum für Nuancen oder Widersprüche lässt.
Praxisbeispiel und Intervention:
Ein Klient ist fest davon überzeugt, dass seine Schüchternheit ihn unweigerlich daran hindert, im Beruf voranzukommen. Der Coach stellt zirkuläre Fragen: „Gab es Momente, in denen deine Zurückhaltung dich sogar authentisch und sympathisch erscheinen ließ?“ Durch diese Intervention wird das lineare Ursache-Wirkungs-Muster aufgebrochen. Der Klient lernt, dass sein Verhalten in unterschiedlichen Kontexten verschiedene Wirkungen haben kann.
Reflexionsfrage:
Welche festen Ursache-Wirkungs-Muster prägen deine Wahrnehmung deines Problems? Wie könntest du diese Muster hinterfragen und alternative Zusammenhänge entdecken?