Lektion 4: Social Media

„Warum Social Media?
Im Marketing geht es nicht mehr um das, was Sie herstellen, sondern um die Geschichten, die Sie erzählen “
(Seth Godin)

„Bei Social Media geht es um die Menschen. Nicht um ihr Unternehmen.“
(Matt Goulart)

Themen:

  1. Nutzt Du Social Media bereits für Dich?
  2. Welche Ziele verfolgt Dein Social Media Marketing?
  3. Welches sind die perfekten Social Media Kanäle für Dich als Coach und Trainer?
  4. Was ist derzeit angesagt?
  5. Wo befindet sich Deine Zielgruppe?

Nutzt Du Social Media bereits für Dich und Dein Business?

Social Media Marketing ist aus unserem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Familien und Freunde bleiben über die sozialen Medien in Kontakt. Du wirst über bevorstehende Veranstaltungen in deiner Nähe informiert und bleibst immer auf dem neuesten Stand. Doch nutzt Du diese geniale Möglichkeit auch bereist für Dich und Dein Unternehmen?

Es ist an der Zeit die Fronten zu wechseln. Weg vom Konsumierer und hin zum Produzenten wertvoller Inhalte für Deine Zielgruppe. Halte Deine Zielgruppe auf dem Laufenden, was in deinem Business und Deiner Nische passiert. Informiere sie über bevorstehende Seminare und Angebote. Sei Präsent und bleibe im Kopf Deiner Zielgruppe.

Wie das alles funktioniert und wie Du Social Media gezielt für Dich einsetzen kannst, klären wir in diesem Abschnitt.

Bevor Du allerdings mit Deinem Social Media Marketing so richtig loslegen kannst, musst Du Dir Gedanken über die Wahl Deiner Kanäle und vor allem auch über Deine Ziele machen.

Möglich Ziele im Online Marketing hast Du bereits kennengelernt.
Im Bereich Social Media sieht es ähnlich aus.

Deine Ziele im Social Media Marketing

Besonders Werbung und Imagepflege wird über Social Media betrieben, um die Follower direkt zu erreichen. Durch Interaktionen der Follower generierst Du sofort Feedback und die Reichweite deines Marketing ist kontrollierbar. Hauptaufgaben im Social Media Marketing ist das Community-Management, der Community-Aufbau und das Schalten von Werbung.

Folgende Ziele kannst Du im Bereich Social Media Marketing verfolgen:

  • Informationsvermittlung
  • Kundenkontakt
  • Neukunden
  • Traffic
  • Personal Branding
  • Imagepflege
  • Reichweite
  • Absatzsteigerung

Wie Dir bereits aus dem Bereich Online Marketing bekannt ist, solltest Du Deine gewünschten Ziele nach der SMART Formel formulieren. Nimm Dir auch hier nicht zu viele Ziele vor, sonder fokussiere Dich auf wenige und setze Deine Social Media Strategie dafür konsequent um.

All die oben genannten Ziele kannst Du auf den unterschiedlichen Social Media Kanälen verfolgen. Wie Du in der folgenden Übersicht sehen kannst, gibt es unzählige Social Media Kanäle. Die Frage ist nur, auf welche der möglichen 250+ Kanäle wirst Du Dich fokussieren?

Im Social Media Marketing ist es wichtig, die für dich und deine Kunden passenden Kanäle auszuwählen. Social Media Marketing ist kein Hobby, das nebenbei betrieben werden sollte. Die Pflege der Kanäle verlangen Zeit und vor allem Präsenz. Nur so bleibst du interessant und in den Köpfen deiner Zielgruppe.

Welches sind die perfekten Social Media Kanäle für Dich als Coach und Trainer?

Das Social Media Prisma zeigt die Landschaft der Social Media mit allen relevanten Kanälen und gilt nun seit Jahren als der Qualitätsstandard für die relevantesten Social Media Plattformen, Tools und Anbieter. So werden insgesamt 250+ Anbieter in 25 Kategorien aufgelistet.
Quelle: www.ethority.de/social-media-prisma/

Um Dir die erste Auswahl im ersten Schritt schon einmal zu erleichtern, kannst Du hier die Roadmap von Gründer.de mit den gängigsten Social Media Kanälen nutzen:

Quelle: www.gruender.de

Lass uns nun etwas näher auf die einzelnen Kanäle eingehen, so dass Du eine gute Übersicht erhältst und die für Dich passenden Social Media Kanäle auswählen kannst.

1) Facebook

Keine andere Social Media Plattform bietet Unternehmern so viele Möglichkeiten wie Facebook. Facebook ist das größte soziale Netzwerk und sollte daher auf jeden Fall eine Rolle in deinem Social Media Marketing spielen. Die größte Zielgruppe ist zwischen 18 – 44 Jahren.

Bei diesem sozialen Netzwerk steht Sichtbarkeit, Präsenz und vor allem die Kommunikation im Vordergrund. Schließlich sind wir hier bei Social Media, also den sozialen Medien. Du hast hier die Möglichkeit direkt mit Deiner Zielgruppe in Interaktion zu treten und solltest dies auch tun. Vor allem solltest Du beachten, dass Du den Fokus auf einen Dialog und nicht auf einen Monolog legst. Was Du unbedingt vermeiden solltest sind indimensionale Lobeshymnen auf deine unternehmerischen Leistungen, sowie stark verkaufsfördernde Maßnahmen und plumpe Werbung.

Dein Fokus sollte auf dem klaren Mehrwert für Deine Zielgruppe liegen.

Beispiele, die sich hier gut eignen:

  • witziger Content
  • emotionale Videos
  • How-to Anleitungen
  • News aus deiner Nische
  • Eindrücke aus Deinem Experten Alltag
  • Informationen über Dein Unternehmen
  • Rabatte und Gutscheinaktionen

Wie erreichst Du Deine Zielgruppe auf Facebook?

Facebook verwendet einen Algorithmus, mit welchem sie Deinen Content für Deinen Follower nach Relevanz einstuft und ausspielt. Der Algorithmus wertet alle Likes, Shares und Interaktionen Deiner Aktionen, um die Relevanz für Deine Zielgruppe einzustufen.
Allerdings hat Facebook den Algorithmus in den letzten Jahren soweit verändert, dass es schon fast unmöglich geworden ist, kostenlos im Großteil des Newsfeeds Deiner Follower ausgespielt zu werden. Aus diesem Grund kommen vermehrt Facebook Ads (Werbeanzeigen) zum Einsatz. Plane daher unbedingt ein Budget für Facebook Ads ein, um Deine Reichweite und Sichtbarkeit zu erhöhen.


Tipp:

Einige Meinungen behaupten, dass sich Facebook Werbung nicht lohnt und nur Geld verbrennt. Dies kann in manchen Fällen korrekt sein, was aber meist nicht an Facebook liegt, sondern eher an der nicht definierten Zielgruppe oder der falschen Ansprache liegt. Wer seine Zielgruppe und deren brennendes Problem kennt und zudem eine perfekte Lösung für dieses Problem hat, wird mit seiner Facebook Ad auch die richtigen Menschen ansprechen und gewinnbringende Resultate erzielen.

Facebook bietet Dir einen großen Datenpool an Informationen. Dies ist meist erschreckend zutreffend aber deswegen auch sehr gut für Deine zielgerichteten Kampagnen. Du kannst Dein Werbebudget effizient planen und einsetzen. Derzeit gibt es keine bessere Werbeplattform, um gezielt Werbung zu schalten.

Tipp:

Kennst Du jemanden, der exakt in Deine Zielgruppe passt? Dann solltest Du ihn bitten, einen Blick in sein Interessen- und Targeting-Optionen auf Facebook werfen zu dürfen. Hier zeigt sich genau, wie Facebook diese Person einstuft, was Dir für Dein Targeting sehr nützlich sein kann.

Mögliche Ad Abrechnungsmodelle:

CPM = Cost per Mille = Impressionen / Anzeige
CPC = Cost per Click = Klicks

Teste diese beiden Arten gegeneinander und wähle die für dich gewinnbringendste aus.
Nutze hierfür den Werbeanziegenmanager, um Deine genauen Zahlen herauszufinden.


Reichweitenaufbau mit Facebook:

  • Nutze die Möglichkeit von Facebook Gruppen und gründe eine eigene
  • Stelle Fragen und fordere Deine Fans zum Kommentieren auf
  • Facebook bevorzugt Videoformate. Nutze daher die Facebook Live Video Funktion um Aufmerksamkeit zu erzeugen und mit Deiner Zielgruppe in Kontakt zu treten.
  • Lade Gastexperten für ein Live Video Interview ein und profitiere so von der Reichweite Deines Gastexperten
  • Nutze Facebook Stories und zeige Dich authentisch und nahbar. Du solltest jeden Tag ca. 7 kleine Stories posten.
  • Facebook Stories sind nur 24 Stunden sichtbar
  • Werde aktiv in Gruppen, in denen sich Deine Zielgruppe aufhält
  • Nutze den Facebook Business Manager und siehe Dir deine Zielgruppe durch die Zielgruppen-Insights an
  • Durch das schalten von Facebook Ads erreichst Du mehr potenzielle Kunden. Du kannst Deine Zielgruppe genau targetieren und gezielt ansprechen.
  • Tipp: Links direkt im Post wird durch Reichweiteneinschränkung bestraft (Facebook will seine User auf der Plattform halten)

Vor- und Nachteile von Facebook:

VorteileNachteile
- großer Datenpool - gezieltes Targeting - direkte Interaktion mit Zielgruppe- zeitlicher Pflegeaufwand - organische Reichweite nur eingeschränkt - Werbebudget notwendig für schnelles Wachstum

2) Instagram

Instagram ist eine reine Smartphone App und fokussiert sich hauptsächlich auf Bild- und Videomaterial. Die Hauptzielgruppe ist zwischen 18-35 Jahren, wobei sich die Altersgrenze aktuell nach oben ausweitet. Das erste Bild auf Facebook zeigte einen Hund mit einem Männerfuß und wurde vom CEO und Mitgründer Kevin Systrom 2010 hochgeladen. Seitdem entwickelte sich Instagram rasant zu einer der beliebtesten Social Media Plattformen und wurde 2012 bereits von Facebook übernommen, was die Besucher- und Nutzerzahlen nochmals nach oben katapultierte. Instagram ist bereits auch in Unternehmen angekommen und so verzeichnet die Plattform bereits mehr als 25 Millionen Businessprofile.

Der Newsfeed ist sehr dynamisch und auch Instagram Stories sind nur 24 Stunden verfügbar. Dies repräsentiert die Schnelllebigkeit in den sozialen Netzwerken. Bist Du nicht präsent, bist Du schnell vergessen. Aus diesem Grund solltest Du auch hier eine Regelmäßigkeit an den Tag legen.

Wie bei Facebook gilt auch bei Instagram, der Algorithmus spielt Deine Inhalte nach Relevanz aus. Diese wird durch die Qualität Deiner Bilder und Videos in Zusammenhang mit der dazugehörigen Interaktion mit Deiner Zielgruppe gemessen. Außerdem hast Du bei Instagram die Möglichkeit, Deinen Posts bis zu 30 Hashtags hinzuzufügen. Nutze diese Möglichkeit, da Du über Hashtags gefunden und Deiner Zielgruppe ausgespielt wirst.


Tipp:

Kreiere Dir Deinen eigenen Branded-Hashtag und füge diesen Deinen Posts und
Stories bei. So kann Deine Zielgruppe Deine Beiträge schnell und einfach finden und Du machst Dich unverwechselbar. Achte darauf, dass nur Du diesen Hashtag verwendest.

Auch auf Instagram hast Du die Möglichkeit Ads zu schalten. Das Instagram zu Facebook gehört, kannst Du Deine Ads ganz einfach über den Facebook Werbeanzeigenmanager steuern und hast daher die selben Möglichkeiten.

Wenn Du ein Instagram Businessprofil nutzt, hast Du zudem die Möglichkeit, die Reichweite Deiner Posts einzusehen. Außerdem erhältst Du weitere Funktionen, die Dir für den Aufbau Deines Unternehmens nützlich sind.


Vor- und Nachteile von Instagram:

VorteileNachteile
- Verknüpft mit Facebook - aktive Nutze - treue Nutzer- nur ein Link nach außen möglich

3) Pinterest

Pinterest wird von vielen noch belächelt und meiner Meinung nach zu unrecht außer Acht gelassen. Dabei wurde Pinterest 2018 als das wertvollste digitale Start-Up bewertet.

Pinterest ist weniger ein Social Media Plattform, sondern eher eine Bilder-Suchmaschine. Dies wird von Google natürlich gerne gesehen, weshalb Pinterest eine hohe Sichtbarkeit bei Google erhält. Nutze diese Möglichkeit und den kostenlosen Sichbarkeitsbonus via Google.

Der Fokus bei Pinterest liegt auf Bilder, Grafiken und Videos, welche im besten Falle mit einem dazugehörigen Webseitenlink verknüpft sind. Interessenten gelangen so über Deinen Pin auf Deine Webseite und Du erhältst den gewünschten Traffic. Die Hauptzielgruppe auf Pinterest ist kurz und knapp: “jung, weiblich, sucht” im Alter zwischen 25-54 Jahren.

Überwiegend ist Pinterest für B2C-Unternehmen interessant, denn die typischen Pinterest User sind auf der Suche nach Inspiration oder nach einer bestimmten Lösung für ein Problem. Und hier kommst Du als Coach oder Trainer ins Spiel. Schaffst Du es, die passende Lösung, für das brennende Problem Deiner Zielgruppe über Pinterest zu adressieren, generierst Du durch Deine Pins Traffic für Deine Webseite und daraus wiederum Kunden für Dein Angebot.

Allerdings kannst Du diese “Newcomer Plattform” auch im B2B Bereich nutzen. Denn hinter jedem Unternehmen stehen normale Menschen wie Du und ich. Du musst nur einen Weg finden, wie Du diese auch neben dem klassischen Businessweg ansprichst und den Kontakt herstellen kannst.

Vor- und Nachteile von Pinterest:

VorteileNachteile
- Bilder und Content von Webseite nutzbar - kostenlos - Nutzer sind aktiv- Du brauchst Ziel, auf das du verlinken kannst - weiterer Kanal erfordert Pflege und Zeit - hauptsächlich für B2C Business

4) YouTube

YouTube ist die zweitgrößte Suchmaschine nach Google und die dritthäufigst besuchte Webseite nach Facebook. Das sollten schon zwei triftige Argumente sein, um dieser Plattform Aufmerksamkeit zu schenken oder hier als Experte vertreten zu sein. YouTube gehört zu Google und verzeichnet 1,5 Milliarden aktive Nutzer im Monat, unter diesen sich bestimmt auch Deine Zielgruppe aufhält.

Bilder sagen bekanntlich mehr als 100 Worte, doch Videos sagen mehr als 100 Bilder!

Videos überzeugen, schaffen Vertrauen und transportieren Emotionen. Da unsere Kaufentscheidungen erst emotional und um zweiten Schritt rational getroffen werden, solltest Du Videos unbedingt für Dein Business einsetzen. YouTube ist hierfür Dein perfekter Kanal und bietet so viele Werbemöglichkeiten wie kaum eine andere Plattform.

Der Inhalt Deiner Videos solltest allerdings nicht Du als Experte sein, sondern der Nutzen für Deine Zielgruppe. Kreiere am besten Content der Unterhaltung, Relevanz und einen Mehrwert für Deine Zielgruppe bietet.

Auf YouTube hast Du 6 verschiedenen Möglichkeiten Werbung zu schalten:

  1. TrueView vor dem eigentlichen Video (überspringbar)
  2. Nicht überspringbare Ads vor dem eigentlichen Video (nicht überspr., 20Sek)
  3. Bumper Ads vor dem eigentlichen Video (nicht überspr., kurz)
  4. Display Ads neben Videos
  5. Overlay transparent über Video
  6. Gesponsorte Infokarten kleine Pop-ups mit CTA

Vor- und Nachteile von YouTube:

VorteileNachteile
- hohe Reichweite - gut mit anderen Social Media Kanälen kombinierbar- hoher Aufwand - gutes Equipment nötig, kostspielig

5) Linkedin & Xing

Hatte der B2B Bereich bei den anderen Social Media Plattformen meist immer etwas das Nachsehen, fokussieren sich Linkedin und Xing hauptsächlich auf den Business Bereich. Während Xing sehr stark in der DACH-Region vertreten ist, genießt Linkedin einen eher internationalen Status. Linkedin wurde 2016 durch Microsoft übernommen und bietet im Vergleich mit Xing mehr Möglichkeiten der Präsentation Deines Expertenstatus. Da Du und Deine Kunden hauptsächlich aus dem DACH raum kommen werden, solltest Du dennoch auf beiden Plattformen vertreten sein.

Du als Coach oder Trainer kannst Deine Expertise perfekt im Newsfeed der Business Plattform präsentieren. Dies ist Deine Bühne um Deine Personal Brand zu stärken und sichtbar zu werden. Bei beiden Plattformen kannst Du in Gruppen eintreten und selbst eine eigene Gruppe in Deiner Nische starten.

Wo könntest Du besser mit qualifizierten Menschen aus Deiner Nische in Kontakt treten als auf einer Business Plattform, auf der sich Menschen aus Deiner Nische befinden. Somit bieten diese Plattformen die perfekte Basis für qualifizierte Leads. Zum einen kannst Du diese über den Newsfeed generieren, zum anderen natürlich auf über gezielte Werbekampagnen.

Vor- und Nachteile von Linkedin & Xing:

VorteileNachteile
- qualifizierte Business User aus Deiner Nische - gezielte Ads möglich- Nicht jede Branche ist vertreten - weiteres Netzwerk, was seine Pflege bedarf
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