3. Glaubenssätze und intrinsische Motivation
Was Dich antreibt
Glaubenssätze und intrinsische Motivation sind zwei fundamentale Bausteine Deiner persönlichen Entwicklung. Sie beeinflussen Deine Gedanken, Entscheidungen und Handlungen auf eine tiefgreifende Weise – oft unbewusst. In diesem Kapitel wirst Du verstehen, wie Glaubenssätze entstehen und wie sie Deine Motivation, Deine Ziele und Deine Beziehung zu Dir selbst formen. Außerdem wirst Du lernen, wie Du Deine intrinsische Motivation aktivieren kannst, um Dein Leben nach Deinen eigenen Vorstellungen zu gestalten.
Was sind Glaubenssätze?
Glaubenssätze sind Überzeugungen, die Du über Dich selbst, andere Menschen und die Welt hast. Diese Überzeugungen entstehen oft in Deiner Kindheit und in prägenden Erfahrungen und bleiben lange Zeit bestehen – ob sie nun förderlich oder hinderlich für Dich sind. Sie beeinflussen Deine Wahrnehmung der Realität und steuern Deine Reaktionen auf verschiedene Lebenssituationen.
Beispiel:
Vielleicht hast Du als Kind oft gehört: „Du bist nicht gut genug.“ Wenn dieser Glaubenssatz tief in Deinem Unterbewusstsein verankert ist, kann er Dich ein Leben lang begleiten und Deine Entscheidungen beeinflussen. In jeder neuen Situation könntest Du automatisch annehmen, dass Du nicht gut genug bist, selbst wenn es keinen objektiven Grund dafür gibt.
Wie Glaubenssätze entstehen
Glaubenssätze sind oft das Ergebnis von Erfahrungen und Erlebnissen, die wir gemacht haben. Sie entstehen durch:
- Prägende Kindheitserfahrungen:
In der Kindheit nehmen wir die Welt wie ein unbeschriebenes Blatt auf. Was uns gesagt wird und was wir beobachten, beeinflusst, wie wir uns selbst und die Welt um uns herum sehen. Wenn Du zum Beispiel als Kind oft gesagt bekommen hast, dass „Geld schmutzig ist“, kann dieser Glaubenssatz Dein späteres Verhältnis zu Wohlstand und finanziellen Zielen negativ beeinflussen. - Wiederholte Erfahrungen:
Wenn Du immer wieder die Erfahrung machst, dass Du in bestimmten Situationen versagst, könnte sich der Glaubenssatz entwickeln, dass Du „nicht fähig“ oder „nicht gut genug“ bist. Dieser Glaube beeinflusst Deine Handlungen und Entscheidungen, indem er Dich davon abhält, neue Herausforderungen anzunehmen. - Verinnerlichung von gesellschaftlichen Normen:
Die Gesellschaft, in der Du aufwächst, hat eine eigene Reihe von Glaubenssätzen, die Du unbewusst übernimmst. Diese könnten sich um Dinge wie Erfolg, Aussehen, Beziehungen oder persönliche Leistung drehen.
Die Rolle der intrinsischen Motivation
Intrinsische Motivation ist die innere Antriebskraft, die Dich dazu bringt, etwas zu tun, weil Du es aus tiefstem Inneren heraus willst, nicht weil Du dafür eine Belohnung oder Anerkennung erwartest. Sie entsteht, wenn Du Tätigkeiten nachgehst, die Dich begeistern, die Deinen Werten entsprechen oder die Dir einfach Freude bereiten.
Beispiel:
Ein Musiker, der leidenschaftlich Klavier spielt, tut dies nicht, um Ruhm oder Geld zu erlangen, sondern weil er die Musik liebt und sich durch das Spiel ausdrücken kann. Diese Leidenschaft und Freude am Musizieren sind die intrinsische Motivation, die ihn antreibt.
Die Verbindung zwischen Glaubenssätzen und intrinsischer Motivation
Glaubenssätze und intrinsische Motivation sind eng miteinander verbunden. Wenn Du den Glaubenssatz hast, dass Du „nicht gut genug“ bist, könnte Deine intrinsische Motivation geschwächt werden, weil Du Dich nicht in der Lage fühlst, das zu erreichen, was Du wirklich willst. Umgekehrt kann eine positive innere Überzeugung – wie der Glaube, dass Du fähig bist, Deine Ziele zu erreichen – Deine Motivation stärken und Dich dazu anregen, aktiv an Deinen Zielen zu arbeiten.
Beispiel:
Angenommen, Du hast als Kind immer wieder gehört, dass Du „nicht gut genug“ bist. Wenn dieser Glaubenssatz Deine innerste Überzeugung wird, könnte Deine Motivation, Deine Träume zu verfolgen, sinken, weil Du unbewusst daran glaubst, dass Du ohnehin scheitern wirst. Doch sobald Du diesen Glaubenssatz hinterfragst und durch ein positives Glaubensmuster ersetzt, kann Deine intrinsische Motivation wieder aufblühen.
Glaubenssätze auflösen: Wie Du Deine Überzeugungen veränderst
Der erste Schritt, um Deine intrinsische Motivation zu stärken und Deine Lebensqualität zu verbessern, ist das Auflösen hinderlicher Glaubenssätze. Hier sind einige Techniken, die Dir dabei helfen können:
- Bewusstwerdung der Glaubenssätze:
Der erste Schritt ist, sich der Glaubenssätze bewusst zu werden, die Dich blockieren. Oft sind diese so tief verankert, dass Du gar nicht merkst, wie sie Dein Denken beeinflussen. Frage Dich selbst: „Welche negativen Überzeugungen halte ich über mich?“ „Wo glaube ich, dass ich nicht gut genug bin?“ - Hinterfragen und Umstrukturieren:
Sobald Du Deine negativen Glaubenssätze identifiziert hast, stelle sie infrage. Frage Dich: „Stimmt das wirklich?“ „Woher kommt diese Überzeugung?“ Überlege, wie Du diesen Glaubenssatz durch eine positive, stärkende Überzeugung ersetzen kannst. - Positive Selbstgespräche:
Eine effektive Technik ist, sich selbst positive, stärkende Botschaften zu sagen. Wenn Du Dir regelmäßig sagst: „Ich bin fähig und wertvoll“, wird dieser Glaubenssatz nach und nach Deine innere Realität verändern und Deine intrinsische Motivation anheizen.
Wie Du Deine intrinsische Motivation entfachst
Um Deine intrinsische Motivation zu steigern, solltest Du Dich mit den Dingen beschäftigen, die Dich wirklich begeistern und Freude bereiten. Hier sind einige Schritte, die Dir helfen können:
- Erkenne Deine Leidenschaft:
Denke an die Tätigkeiten, bei denen Du die Zeit vergisst und die Dich in einen Zustand völliger Hingabe versetzen. Diese Aktivitäten sind ein Zeichen für Deine intrinsische Motivation. Ob es Kunst, Sport, Schreiben oder Helfen ist – finde heraus, was Dich von innen heraus antreibt. - Setze Dir bedeutungsvolle Ziele:
Um Deine intrinsische Motivation zu aktivieren, solltest Du Ziele setzen, die Dir persönlich wichtig sind – Ziele, die mit Deinen Werten und Deiner Lebensvision übereinstimmen. - Finde den Sinn in Deinen Handlungen:
Auch scheinbar banale Aufgaben können Dich motivieren, wenn Du den tieferen Sinn dahinter siehst. Wenn Du zum Beispiel einen Job machst, der Dir wenig Spaß macht, versuche, den Sinn hinter der Arbeit zu erkennen und den positiven Einfluss, den sie auf Dein Leben hat.
Übung: Deine eigenen Glaubenssätze erkennen und verändern
- Identifiziere Deine blockierenden Glaubenssätze:
Schreibe 3 Glaubenssätze auf, die Dich im Leben zurückhalten. Überlege, wie diese Überzeugungen Dich daran hindern, Deine Ziele zu erreichen. - Hinterfrage diese Glaubenssätze:
Stelle Dir die Fragen: „Stimmt das wirklich?“ „Woher kommt dieser Glaubenssatz?“ und „Welchen Beweis habe ich dafür?“
Ersetze sie durch stärkende Glaubenssätze:
Ersetze jeden blockierenden Glaubenssatz mit einem positiven, stärkenden Glaubenssatz. Beispiel: „Ich bin fähig, erfolgreich zu sein“ statt „Ich bin nicht gut genug.“