Muss ich immer lustig sein?

Humor ist ein wesentlicher Bestandteil des provokativen Coachings.

Er dient dazu, den Klienten zu entspannen, zu motivieren und zu inspirieren. Er hilft auch, schwierige oder unangenehme Themen anzusprechen, Konflikte zu lösen und Vertrauen aufzubauen. Humor kann auch die Kreativität und das Lernen fördern.

Aber muss ich als provokativer Coach immer lustig sein? Die Antwort ist: Nein.

Du musst nicht immer lustig sein, aber Du solltest immer humorvoll sein. Das bedeutet, dass Du eine positive und offene Haltung hast, die Dich und den Klienten zum Lachen bringen kann. Das bedeutet aber nicht, dass Du ständig Witze reißen oder albern sein musst. Das wäre nicht nur anstrengend, sondern auch unpassend und unprofessionell.

Es gibt verschiedene Arten von Humor, die Du im provokativen Coaching verwenden kannst.

Zum Beispiel:

•  Selbstironie: Du machst Dich selbst zum Ziel Deines Humors und zeigst Deine Schwächen oder Fehler auf eine lustige Art.

•  Schlagfertigkeit: Du reagierst schnell und witzig auf die Aussagen oder Fragen des Klienten und bringst ihn damit aus dem Konzept.

•  Übertreibung: Du vergrößerst oder verkleinerst ein Problem oder eine Situation auf eine absurde Art und schaffst damit einen Kontrast zur Realität.

•  Parodie: Du imitierst oder karikierst eine Person oder eine Situation auf eine humorvolle Art und schaffst damit eine Distanz oder eine Kritik.

•  Wortspiel: Du spielst mit der Bedeutung oder dem Klang von Wörtern und schaffst damit einen überraschenden oder doppeldeutigen Effekt.

Um Humor im provokativen Coaching zu verwenden, musst Du einige Faktoren beachten. Zum Beispiel:

•  Dein Humor sollte immer respektvoll und wertschätzend sein. Du solltest niemals den Klienten oder andere Personen beleidigen, verletzen oder erniedrigen.

•  Dein Humor sollte immer passend und angemessen sein. Du solltest den Humor nur dann einsetzen, wenn er dem Anliegen des Klienten dient und nicht davon ablenkt.

•  Dein Humor sollte immer flexibel und situativ sein. Du solltest den Humor an den Klienten, den Kontext und die Stimmung anpassen und nicht immer dieselben Witze oder Sprüche verwenden.

•  Dein Humor sollte immer authentisch und spontan sein. Du solltest den Humor aus Dir selbst heraus entwickeln und nicht auswendig lernen oder kopieren.

Um Dir ein Gefühl für den humorvollen Stil des provokativen Coachings zu geben, werden Dir nun zwei Partner-Übungen vorgestellt.

Partner-Übung 1: Der humorvolle Coach

In dieser Übung schlüpfst Du in die Rolle eines humorvollen Coaches, der einen Klienten mit einem Problem berät. Dein Partner spielt den Klienten. Das Problem kann real oder fiktiv sein. Deine Aufgabe ist es, den Klienten mit Humor zu coachen. Dabei kannst Du folgende Techniken verwenden:

•  Selbstironie: Du machst Dich selbst zum Ziel Deines Humors und zeigst Deine Schwächen oder Fehler auf eine lustige Art.

•  Schlagfertigkeit: Du reagierst schnell und witzig auf die Aussagen oder Fragen des Klienten und bringst ihn damit aus dem Konzept.

•  Übertreibung: Du vergrößerst oder verkleinerst ein Problem oder eine Situation auf eine absurde Art und schaffst damit einen Kontrast zur Realität.

•  Parodie: Du imitierst oder karikierst eine Person oder eine Situation auf eine humorvolle Art und schaffst damit eine Distanz oder eine Kritik.

•  Wortspiel: Du spielst mit der Bedeutung oder dem Klang von Wörtern und schaffst damit einen überraschenden oder doppeldeutigen Effekt.

Beispiele:

Klient: "Ich habe Angst vor Spinnen."

Coach: "Ach, das ist doch kein Problem. Ich habe auch Angst vor Spinnen. Vor allem vor den großen, haarigen, die so schnell laufen und beißen. Die sind echt gruselig. Aber weißt Du, was ich mache, wenn ich eine Spinne sehe? Ich stelle mir vor, dass sie ein kleiner, süßer Hund ist, der nur spielen will. Dann streichle ich sie und gebe ihr einen Namen. Zum Beispiel Fiffi oder Bello oder Rex. Das hilft mir immer sehr."

Klient: "Ich möchte mehr Selbstbewusstsein haben."

Coach: "Na, das ist doch einfach. Du musst nur an Dich glauben und Dich selbst lieben. Das ist alles. Und wie machst Du das? Indem Du Dir jeden Tag vor dem Spiegel sagst: "Ich bin toll. Ich bin schön. Ich bin klug. Ich bin erfolgreich. Ich bin unwiderstehlich." Und das machst Du so lange, bis Du es selbst glaubst. Oder bis der Spiegel zerbricht."

Klient: "Ich bin unzufrieden mit meinem Job."

Coach: "Ja, das verstehe ich. Dein Job ist ja auch furchtbar. Wer will schon den ganzen Tag Akten sortieren oder Kunden bedienen oder Maschinen reparieren? Das ist doch langweilig und anstrengend und sinnlos. Warum suchst Du Dir nicht einen anderen Job? Einen, der Dir Spaß macht und Dich erfüllt. Zum Beispiel Clown oder Astronaut oder Pornostar."

Klient: "Ich habe Probleme mit meinem Partner."

Coach: "Oh, das tut mir leid. Was sind denn die Probleme? Ist er zu nett zu Dir? Oder zu hässlich? Oder zu langweilig? Oder zu treu? Was willst Du denn? Einen anderen Partner? Oder gar keinen Partner? Oder mehrere Partner? Oder einen Partner vom anderen Geschlecht?"

Klient: "Ich habe keine Hobbys oder Interessen."

Coach: "Das ist ja schade. Du hast ja auch keine Zeit für Hobbys oder Interessen. Du bist ja immer so beschäftigt mit Deinem Job und Deinem Partner und Deinen Problemen. Da bleibt ja keine Zeit für Spaß oder Entspannung oder Bildung. Warum probierst Du nicht mal etwas Neues aus? Zum Beispiel Fallschirmspringen oder Yoga oder Schach."

Die Übung dauert etwa 10 Minuten. Danach wechselt Ihr die Rollen und macht die Übung nochmal mit einem anderen Problem.

Partner-Übung 2: Der humorlose Klient

In dieser Übung schlüpfst Du in die Rolle eines humorlosen Klienten, der von einem Coach beraten wird. Dein Partner spielt den Coach. Der Coach stellt Dir Fragen zu Deinem Problem oder Deinem Ziel und versucht, Dich mit Humor zu unterstützen. Deine Aufgabe ist es, dem Humor des Coaches so wenig wie möglich zu folgen oder ihn sogar abzulehnen. Dabei kannst Du folgende Techniken verwenden:

•  Ernsthaftigkeit: Du bleibst immer ernst und sachlich und zeigst keine Emotionen oder Reaktionen auf den Humor des Coaches.

•  Unverständnis: Du verstehst den Humor des Coaches nicht oder falsch und fragst ihn nach der Bedeutung oder dem Sinn seiner Aussagen.

•  Ablehnung: Du lehnst den Humor des Coaches ab oder kritisierst ihn als unpassend oder unprofessionell.

•  Widerstand: Du widersprichst dem Humor des Coaches oder verteidigst Dich gegen seine Provokationen.

•  Ablenkung: Du lenkst vom Humor des Coaches ab oder wechselst das Thema.

Beispiele:

Coach: "Was ist Dein Problem oder Dein Ziel?"

Klient: "Mein Problem ist, dass ich zu viel arbeite und zu wenig lebe."

Coach: "Ach, das ist doch kein Problem. Das ist doch eine tolle Leistung. Du bist doch ein fleißiger und erfolgreicher Mensch. Du solltest stolz auf Dich sein."

Klient: "Das verstehe ich nicht. Wie kann das eine tolle Leistung sein? Ich bin doch total unglücklich und gestresst."

Coach: "Was hast Du bisher versucht, um Dein Problem zu lösen oder Dein Ziel zu erreichen?"

Klient: "Ich habe versucht, mir mehr Zeit für mich selbst zu nehmen und meine Arbeit zu reduzieren."

Coach: "Na, das ist doch super. Und wie hat das geklappt?"

Klient: "Gar nicht. Ich habe immer noch zu viel Arbeit und zu wenig Zeit für mich selbst. Ich schaffe es einfach nicht, einen Ausgleich zu finden."

Coach: "Was hindert Dich daran, Dein Problem zu lösen oder Dein Ziel zu erreichen?"

Klient: "Ich habe zu viele Verpflichtungen und Erwartungen, die ich erfüllen muss. Ich kann nicht einfach alles stehen und liegen lassen."

Coach: "Ach, komm schon. Du musst doch nicht immer alles perfekt machen. Du kannst doch auch mal etwas lockerer sein. Du bist doch kein Roboter, sondern ein Mensch."

Klient: "Das finde ich nicht lustig. Das ist eine ernste Angelegenheit. Ich bin kein Roboter, aber ich habe einen hohen Anspruch an mich selbst."

Coach: "Was würdest Du gerne anders machen oder haben?"

Klient: "Ich würde gerne mehr Freizeit haben und mehr Dinge tun, die mir Spaß machen."

Coach: "Na, das ist doch ein schöner Wunsch. Und was sind das für Dinge, die Dir Spaß machen?"

Klient: "Das weiß ich gar nicht. Ich habe schon lange nichts mehr gemacht, was mir Spaß macht."

Coach: "Das ist ja schade. Du hast ja auch keine Hobbys oder Interessen. Du bist ja nur ein Arbeitstier. Warum probierst Du nicht mal etwas Neues aus? Zum Beispiel Fallschirmspringen oder Yoga oder Schach."

Klient: "Das interessiert mich nicht. Das ist nichts für mich. Ich habe keine Zeit für solche Spielereien."

Coach: "Wie kann ich Dir helfen?"

Klient: "Gar nicht. Du kannst mir nicht helfen. Du verstehst mich nicht. Du machst Dich nur über mich lustig."

Die Übung dauert etwa 10 Minuten. Danach wechselt Ihr die Rollen und macht die Übung nochmal mit einem anderen Problem oder Ziel.

Viel Spaß beim Üben und Umsetzen der neu gelernten Inhalte!

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