2.3. Übung: Überlege, welche Annahmen deinen belastenden Gedanken zugrunde liegen
Ziel der Übung
In dieser Übung wirst Du den belastenden Gedanken, den Du in Lektion 2.1 identifiziert hast, genauer untersuchen. Ziel ist es, die Annahmen zu erkennen, die diesen Gedanken stützen, und sie zu hinterfragen. Du wirst lernen, wie Deine Überzeugungen den Gedanken formen und welche Alternativen möglich sind.
Schritt 1: Den belastenden Gedanken formulieren
- Nimm den belastenden Gedanken, mit dem Du arbeiten möchtest.
Beispiel: „Mein Kollege respektiert mich nicht.“ - Schreibe diesen Gedanken klar und deutlich auf.
Deine Aufgabe: Schreibe Deinen belastenden Gedanken auf ein Blatt Papier oder in Dein Notizbuch. Lies ihn laut vor und achte auf die Emotionen, die dabei in Dir aufkommen.
Schritt 2: Die Annahmen hinter Deinem Gedanken identifizieren
Hinter jedem belastenden Gedanken stehen Annahmen, die wir oft nicht bewusst hinterfragen. Beispiele für solche Annahmen sind:
- „Respekt zeigt sich immer durch Worte.“
- „Wenn jemand mich respektiert, lächelt er mich an.“
- „Ohne Respekt bin ich weniger wert.“
Deine Aufgabe:
- Frage Dich: Was nehme ich als wahr an, damit dieser Gedanke für mich logisch erscheint?
- Notiere mindestens drei Annahmen, die diesen Gedanken stützen.
Beispiel:
- „Respekt bedeutet, dass der andere mir zustimmt.“
- „Mein Kollege sollte meine Arbeit immer loben.“
- „Wenn mein Kollege mich nicht respektiert, mache ich etwas falsch.“
Schritt 3: Die Annahmen hinterfragen
Jetzt hinterfragen wir die Annahmen. Nutze die vier Fragen von "The Work", um sie zu überprüfen:
- Ist diese Annahme wahr?
Beispiel: „Respekt bedeutet, dass der andere mir zustimmt.“
Deine Aufgabe: Frage Dich, ob Du mit absoluter Sicherheit weißt, dass das wahr ist. - Kannst Du mit absoluter Sicherheit wissen, dass diese Annahme wahr ist?
Beispiel: Kannst Du sicher wissen, dass Respekt immer durch Zustimmung gezeigt wird? - Wie reagierst Du, wenn Du an diese Annahme glaubst?
Beispiel: Vielleicht fühlst Du Dich klein, ärgerlich oder enttäuscht, wenn Dein Kollege Dir nicht zustimmt. - Wer wärst Du ohne diese Annahme?
Beispiel: Du könntest Dich entspannter und weniger abhängig von der Zustimmung anderer fühlen.
Deine Aufgabe: Arbeite mit jeder Deiner Annahmen und schreibe die Antworten auf die vier Fragen auf.
Schritt 4: Alternative Sichtweisen entwickeln
Nachdem Du Deine Annahmen hinterfragt hast, entwickle Alternativen.
Beispiele:
- „Respekt kann sich auch in stiller Anerkennung zeigen.“
- „Mein Wert hängt nicht von der Meinung meines Kollegen ab.“
Deine Aufgabe:
Schreibe für jede Annahme mindestens eine alternative Sichtweise auf. Lies diese laut vor und beobachte, wie sie sich für Dich anfühlt.
Reflexionsaufgabe zum Abschluss
- Wie hat sich Deine Sicht auf den belastenden Gedanken verändert?
- Welche der neuen Sichtweisen fühlt sich für Dich am wahrsten an?
- Notiere, wie Du das Gelernte im Alltag anwenden kannst.