Lektion 4: Abgrenzung zwischen Coaching und anderen Bereichen

Coaching wird gelegentlich mit anderen, verwandten Bereichen in einen Topf geworfen, wobei die  Grenzen oft fließend sind. Es kann auch vorkommen, dass Coaching gerade nicht die richtige Methode ist und eine andere Vorgehensweise sinnvoller ist. Deshalb ist eine klare Unterscheidung wichtig. Wir definieren Coaching als „das erfolgreiche Begleiten eines Experten bei seinem Veränderungsanliegen“[1]. Mit anderen Worten, der Klient ist Experte für sein Thema, der Coach begleitet ihn dabei auf Augenhöhe mit seiner gesamten Kompetenz. Coaching ist dabei ziel- und lösungsorientiert.

Psychotherapie

Psychotherapie richtet sich an Menschen mit psychischen Erkrankungen, Suchtproblemen oder anderen Beeinträchtigungen der Selbststeuerungsfähigkeit. Das Ziel ist Heilung oder Linderung der Beschwerden. Dies gehört ausdrücklich in die Hand von entsprechend ausgebildeten Therapeuten, Ärzten und Heilpraktikern. Coaching richtet sich dagegen an „gesunde“ Personen, die ihre Lebensqualität steigern, ihre Ressourcen nutzen und Potenziale optimieren wollen.

Beratung / Consulting

Bei Beratung / Consulting wird fachlicher Rat durch einen Experten eingeholt (z.B. Unternehmens­berater, Ernährungsberater etc.) Das heißt, die Veränderungsimpulse werden vom externen Ansprechpartner angeregt bzw. durch seine persönliche Stellungnahme oder Expertise untermauert. Beratung/Consulting kann einen Coachingprozess ergänzen, wenn der Wechsel zwischen Coaching und Consulting transparent gemacht wird und eine entsprechend fachliche Kompetenz des Coaches vorhanden ist.

Training

Im Training steht die Entwicklung und Steigerung von Fertigkeiten, Fähigkeiten und Leistung des Trainees im Vordergrund. Hier werden Inhalte vermittelt, Pläne erstellt und die Programme konsequent umgesetzt. Neue, optimale Verhaltensweisen werden gezielt trainiert (z.B. Verkaufstraining, Rhetoriktraining, Fußballtraining etc.)

Fortbildung

Eng verwandt mit dem Training, werden bei einer Fortbildung Wissen und Fachkenntnisse vermittelt. Dabei kann es sich um generelle Fähigkeiten handeln, die für die Ausübung des Berufs notwendig sind. Sie ist sinnvoll, wenn ein Informationsmangel beim Klienten herrscht. Ein Coaching dagegen bezieht die persönlichen Lern- und Entwicklungsprozesse des Klienten mit ein.

Mentoring

Mentoring bezeichnet eine Art „Patenschaft“, die ein erfahrener Mentor für eine noch unerfahrene Person oder Nachwuchskraft übernimmt. Der Mentor gibt dabei sein Wissen, Erfahrungen und Tipps an seinen Mentee oder Protegé weiter. Ziel ist es, den Mentee in seiner beruflichen und persönlichen Entwicklung langfristig zu fördern. Meist steht die Fachkompetenz des Mentors dabei im Vordergrund.

Supervision

Unter Supervision versteht man eine kollegiale Beratung bei akuten Fragestellungen und Problemen des beruflichen Kontextes. Es wird meist von Berufsgruppen genutzt, die mit Menschen arbeiten, um die professionelle Beziehung zu ihren Klienten oder den Beratungsprozess zu beleuchten. Es ist mit Coaching eng verwandt. Coaching stellt jedoch nicht nur die aktuelle Problemlösung in den Fokus, sondern auch die zielführende Weiterentwicklung der Persönlichkeit.

Was tun, wenn eine andere Methode sinnvoller ist, um die Klienten zu unterstützen?

In der Praxis ist es zielführend, dies transparent zu machen und anzusprechen. Etwa, wenn durch eine Fortbildung Informationslücken geschlossen werden können oder wenn der Coach über Expertenwissen verfügt und  in die Rolle eines Consultants schlüpfen kann. Bei Therapie-Bedarf eines Klienten sollte dieser an einen Therapeuten verwiesen werden. Das ist kein Eingeständnis von Unfähigkeit, sondern kompetentes und verantwortungsvolles Handeln.

[1] Carlos Salgado

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