Könnte dieses Muster bei Dir dominieren?

Lina führt Dich weiter durch das Dorf. Die Sonne scheint warm, und Du spürst eine ruhige, angenehme Atmosphäre. Sie bleibt schließlich an einem kleinen, stillen Teich stehen.

„Schenke Dir selbst einen Moment“, sagt sie sanft. „Es ist Zeit für eine kleine Reflexion. Manchmal hilft es, in Ruhe nach innen zu schauen, um herauszufinden, ob sich bestimmte Muster in Deinem Leben zeigen.“

Sie lässt Dir Raum, die sanften Geräusche des Wassers wahrzunehmen. Die Wärme des Ortes schafft zusätzlich eine beruhigende Umgebung, die Dir hilft, in Dich zu gehen. „Ich werde Dir ein paar Fragen stellen, die Dir helfen können, zu erkennen, ob Muster 2 mit Dir resoniert. Nimm Dir Zeit und sei ehrlich zu Dir selbst.“

Reflexionsfragen:

  • Hast Du das Gefühl, dass Du oft anderen helfen musst, selbst wenn sie Dich nicht ausdrücklich darum bitten?
  • Fällt es Dir leicht zu erkennen, was andere brauchen?
  • Tust Du manchmal Dinge für andere, weil Du dir dadurch Anerkennung oder Bestätigung von ihnen erhoffst?
  • Fällt es Dir schwer, etwas zu tun, ohne darauf zu hoffen, dass Du dafür Dank oder Anerkennung bekommst?
  • Fühlst Du Dich gut, wenn Du das Gefühl hast, für jemand anderen unentbehrlich zu sein?
  • Erlebst Du Stolz, wenn Du jemandem hilfst oder für jemand anderen wichtig wirst?
  • Wie reagierst Du, wenn Deine Hilfe oder Deine Taten von anderen nicht anerkannt oder geschätzt werden?
  • Hast Du manchmal das Gefühl, dass Du mehr gibst, als Du zurückbekommst, und spürst Du dabei Enttäuschung oder Wut?
  • Erwarten Deine Beziehungen oft, dass Du derjenige bist, der alles für andere tut? Und wie fühlst Du Dich, wenn dies nicht der Fall ist?

Eigene Perspektive

Lina lässt Dir einen Moment Zeit, um über die Fragen nachzudenken. Dann stellt sie sich neben Dich und beginnt, die Perspektive von Menschen mit Muster 2 zu beschreiben.

„Für viele, die in Muster 2 stark verankert sind, ist das Geben und Helfen ein ganz natürlicher Teil des Lebens“, erklärt sie ruhig. „Es ist eine tiefe Freude, die Bedürfnisse anderer zu spüren und ihnen zu helfen, sich gesehen und geliebt zu fühlen. Manche Menschen mit diesem Muster finden es fast schwierig, sich selbst zu versorgen, weil ihr Fokus immer auf den anderen liegt.“ Lina schaut Dich freundlich an und fährt fort:

„Es ist wichtig zu wissen, dass diese Menschen sich oft durch ihr Geben definieren. Sie spüren den Stolz und die Freude, anderen zu helfen, und sehen es als Teil ihrer Identität. Doch manchmal können sie in den Hintergrund treten, ihre eigenen Bedürfnisse nicht wahrnehmen oder unterdrücken, wenn sie sich zu sehr in der Rolle des Gebers verlieren. Das kann zu Erschöpfung führen und zu dem Gefühl, nicht genug Anerkennung zu bekommen.“

Sie holt tief Luft und schaut dann auf eine kleine Truhe, die am Ufer des Teichs auf einer kleinen Erhöhung steht. Sie öffnet sie und holt eine kleine Gießkanne heraus.

„Das ist das Geschenk für Dich“, sagt Lina und übergibt Dir die Kanne. „Diese Gießkanne steht für die Balance, die Du in Dir findest. Du kannst anderen nur dann etwas geben, wenn Du Dich selbst immer wieder auffüllst“, erklärt Lina. „Das bedeutet, dass Du Dich selbst auch gießen musst. Deine eigene Quelle darf nicht versiegen. Wenn Du sicherstellst, dass Du genug Energie und Liebe in Dir trägst, bevor Du diese an andere weitergibst, wirst Du so viel mehr geben können. Gieße also zuerst Dich selbst, damit Du die Kraft hast, zu nähren, zu unterstützen und zu helfen.“

„Hast Du Dich in diesen Gedanken wiedergefunden? In dem Drang, immer für andere da zu sein, vielleicht sogar zu viel zu geben, während Deine eigene Quelle leer bleibt? Oder war es vielleicht eher das Bedürfnis nach Anerkennung, das in Deinen Handlungen mitschwingt?“

Sie macht eine kurze Pause, bevor sie fortfährt. „Egal, ob Du Dich in diesem Muster wiedererkennst oder nicht, dieser Moment ist ein weiterer wichtiger Schritt auf Deiner Reise. Denn es geht nicht darum, sofort alles zu wissen oder zu verstehen, sondern die Achtsamkeit zu entwickeln, um immer klarer zu sehen, wie Du funktionierst und was Dich wirklich erfüllt.“

Mit einem sanften Lächeln fügt sie hinzu: „Egal, wie Deine Antwort ausfällt – sie ist ein Teil des Prozesses. Es ist ein Schritt, der Dir hilft, Dich selbst noch besser zu verstehen.“

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