Arbeit mit Zielen
Arbeit mit Zielen
Nach Zielen fragen (Beispiele)
- Was würdest Du gerne mithilfe des Coachings erreichen?
- Was soll nach dem Coaching anders/besser sein?
- Was ist Dein Ziel im (beruflichen/privaten/…) Kontext?
- Was genau ist dann anders, wenn Du Dein Ziel erreicht hast?
- Angenommen unser Coaching ist richtig erfolgreich, was ist dann in 60 Minuten anders als bisher?
Herausforderungen im Umgang mit Zielen - Überblick
- Coachee hat kein eigenes Ziel
- Coachee hat ein Nicht-Ziel – er formuliert nur, was nicht mehr möchte
- Unklarheit: Coachee ist selbst nicht ganz klar, was er genau möchte
- Zielekonflikt: Es gibt zwei oder mehrere Ziele, die miteinander konkurrieren zum Beispiel erfolgreiches Business aufbauen und für die Familie da sein.
- Motivation / „Warum“ fehlt oder das Ziel ist zu „klein“ und damit unmotivierend
- Das Ziel wirkt nicht erreichbar (zu groß)
- Sonstige Umweltfaktoren (Medikamente, etc.)
Kein eigenes Ziel
In diesem Fall handelt es sich um einen Kunden vom Typ ‚Beklagender‘ oder ‚Besucher‘ (nach Steve de Shazer). Hierfür eignet sich die vorgeschlagene Strategie den Besucher in einen Beklagenden zu verwandeln und den Beklagenden in einen Kunden (Siehe Videos „Kundentyp nach Steve De Shazer“)
Umgang mit Nicht-Zielen
Nachdem auf eine Frage wie zum Beispiel: „Welches Ziel haben Sie im Bezug auf das Coaching?“ nur Antworten kommen wie zum Beispiel: „Ich möchte nicht mehr so fertig sein nach der Arbeit“, hat sich folgendes Vorgehen als hilfreich erwiesen:
Paraphrase + sondern:
- Sie möchten nicht (mehr) …., sondern?
- Sie möchten nicht (mehr) …, sondern was stattdessen?
- Ich habe es so verstanden - korrigiere mich bitte, wenn es anders ist - dass Du X nicht mehr möchtest, Y auch nicht mehr möchtest und Z auch nicht möchtest. Stimmt das? …. Und was möchtest Du stattdessen?
Als zweite Variante sind auch hypothetische Fragen dazu geeignet zum Beispiel:
- Wenn Du es wüsstest, was würdest Du dann antworten … (rein hypothetisch)?
- Mal angenommen, Du hättest zumindest eine Idee in welche Richtung es gehen könnte, was wäre das?
- Du weißt es nicht (Paraphrase) und es ist auch nicht leicht das zu wissen… also 100% sicher zu sein… die Erde dreht sich ja schließlich weiter, vielleicht will man in 10 Jahren etwas ganz Anderes… So im Hier und Jetzt, nicht für die Ewigkeit, sondern nur im Hier und Jetzt, was wäre denn da am ehesten für Dich anziehend?
Umgang mit Ziel-Unklarheit
In diesem Fall gibt es verschiedenste Strategien, die je nach Situation ausgewählt werden sollte.
Frage-Techniken
- Was möchtest Du noch erleben? (Stichwort Löffelliste)
- Was begeistert Dich? Was erzeugt starke Emotionen bei Dir?
- Was würdest Du tun, auch wenn Du kein Geld dafür bekommen würdest?
- Was würdest Du tun, wenn Du eine Million Euro zur Verfügung hättest?
- Was würdest Du tun, wenn Du wüsstest, Du kannst nicht versagen?
- Wenn Du Dein Traumleben am Computer designen könntest, vollkommen grenzenlos, wie sähe Dein Traumleben aus?
Als Coach Ideen einbringen
- Sowohl „echte“ als auch „unechte“ Ideen
- Bei Ablehnung utilisieren: „Du scheinst zu wissen, dass Du das nicht willst. Das heißt eine Seite in Dir weiß sehr genau, was Du möchtest - ansonsten könntest Du ja nicht wissen, dass es das nicht ist.“
Biographisches Arbeiten
- Was hat Dein Coachee bisher gemacht?
- Was hat ihm / ihr gefallen? Und warum?
- Und vor allem, was hat ihm nicht gefallen und warum?
Vorbilder
- Welche Menschen bewundert Dein Coachee?
- Was findet er an diesen Menschen anziehend?
- Was davon hätte er gerne selbst?
Worst-Case Szenario ausmalen
- Anstatt eines Traumlebens wird das schlimmste Leben, das man sich nur vorstellen kann, ausgemalt
- Anschließend kann das Gegenteil herausgearbeitet werden
Umgang mit Ziel-Unklarheit 2 SMART
Wenn das Ziel noch nicht genau spezifiziert ist, hat sich auch das Herausarbeiten der SMART-Kriterien als wirksam erwiesen, diese lauten:
- Spezifisch (genau, konkret)
- Messbar
- Attraktiv
- Realistisch
- Terminiert
Umgang mit Zielkonflikten
- Folgende Formulierungen können Zielkonflikte sichtbar machen bzw. sie gegebenenfalls auch auflösen.
- „Wenn ich Dich richtig verstehe, möchte eine Seite von Dir X und gleichzeitig möchte eine andere Seite von Dir Y, ist das richtig? …“
- „Und es gibt keine klare Tendenz, was Dir wichtiger ist?“
- „Das heißt eigentlich geht es gar nicht darum jetzt Motivation für X aufzubauen, sondern eine Balance zwischen diesen beiden – scheinbar konträren – Zielen zu finden?“
- „Welche Bedürfnisse stehen hinter Ziel X? Welche hinter Ziel Y?“
- „Wie wichtig ist Dir das Bedürfnis auf einer Skala von 0 bis 10, wobei 0 ‚gar nicht‘ bedeutet und 10 ‚sehr wichtig‘?“
- „Was ist die positive Absicht hinter Ziel X? Was ist die positive Absicht hinter Ziel Y?“
- „Was könnte eine gemeinsame positive Absicht sein?“
Umgang mit Zielkonflikten
Das Warum stärken
- Wofür ist Dir das wichtig?
- Welche Vorteile gewinnst Du dadurch und wie wirkt sich das auf Dein Leben aus?
- Was erreichst Du dadurch (langfristig)?
- Wenn Du Dir vorstellst, dass Du in X Jahren Ziel Y erreicht hast, wie würde sich das anfühlen?
Abgesehen von diesen Fragen kann auch eine klassische Pro & Contra Liste helfen. Genauso helfen Provokationen (Stichwort Advocatus Diaboli) oder auch eine Positiv-Negativ-Trance, wie sie im Fallbeispiel „Beziehung zum Essen & Motivation (E3)“ gezeigt wird.
Umgang mit zu großen Zielen
Eine Möglichkeit bei zu großen Zielen ist es, diese zu dekonstruieren:
- Was genau daran ist zu groß?
- Welche Faktoren bestimmen das? Welche davon kann ich beeinflussen?
- Ist dieses (nicht erreichbare) Ziel motivierend oder demotivierend?
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Teilziele zu definieren. Manchmal hilft es auch sich eine Ideale Zukunft zu visualisieren, wo man das Ziel bereits erreicht hat. Dann kann man sich Schritt für Schritt überlegen, was man gemacht hat, um das Ziel zu erreichen (Also von der Zielvision zurück in die Gegenwart).
Wenn das alles nicht hilft, ist das Ziel wohl scheinbar nicht erreichbar. In diesem Fall geht es darum, das zu realisieren und ein zweitbestes Ziel zu finden.
- Arbeit mit Zielen (9 Fragen)