Feedback an die Führungskraft

Feedback ist ein wesentliches Instrument für die persönliche und berufliche Entwicklung. Um effektives Feedback zu geben, ist es wichtig, klar und konstruktiv zu formulieren.

Lernziele:

  • Verstehen der Bedeutung und Prinzipien eines klaren, konstruktiven Feedbacks an Führungskräfte 
  • Fähigkeit entwickeln, konkretes und wertfreies Verhalten bei Führungskräften zu beobachten und zu beschreiben
  • Kompetenz erwerben, die Auswirkungen des Verhaltens auf Personen, Prozesse und die eigene Wahrnehmung sachlich zu beschreiben
  • Fähigkeit, eigene Gefühle und Reaktionen respektvoll und klar im Feedback zu kommunizieren, erwerben
  • Verstehen, wie die Thesen zur Einzigartigkeit und Entwicklung durch Rahmenbedingungen in der Feedback-Gestaltung berücksichtigt werden können
  • Methoden und Strategien erlernen, um Feedbackgespräche professionell vorzubereiten, durchzuführen und nachzubereiten

Hier sind die Schritte, um Feedback zu formulieren:

Aufgenommenes Verhalten: Beschreibe konkret das beobachtete Verhalten des Empfängers. Vermeide, dass Du dabei Wertungen oder Interpretationen. Gebe ihm präzise Details darüber, was der Empfänger gesagt oder getan hat.

  • Beispiel: "Ich habe bemerkt, dass Sie während des Meetings häufig auf Ihr Handy geschaut haben und dabei abwesend wirkten."

Auswirkungen, Folgen für Sie: Beschreibe die Auswirkungen oder Folgen des Verhaltens auf Dich persönlich oder auf andere Personen oder Prozesse. Bleibe dabei sachlich und fokussiere Dich auf beobachtbare Fakten.

  • Beispiel: "Dies hat dazu geführt, dass ich das Gefühl hatte, Sie seien nicht vollständig in das Meeting involviert, und ich hatte Schwierigkeiten, Ihre Meinungen und Ideen einzubeziehen."

Gefühle, die dadurch bei Ihnen ausgelöst werden: Teile Deine eigenen Gefühle oder Reaktionen auf das beobachtete Verhalten. Vermeide dabei Schuldzuweisungen oder Vorwürfe und konzentrieren Dich darauf, Deine Gefühle klar und respektvoll zu kommunizieren.

  • Beispiel: "Das hat bei mir das Gefühl ausgelöst, dass unsere Diskussion nicht effektiv war und ich mich frustriert und überfordert gefühlt habe."

Durch die Strukturierung des Feedbacks nach diesen drei Schritten wird sichergestellt, dass es klar, konkret und konstruktiv ist. Es bietet dem Empfänger die Möglichkeit, das Verhalten zu reflektieren und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung zu ergreifen.

2 Thesen

Als Leadership-Coach spielt man eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Weiterentwicklung von Menschen in Unternehmen. Dabei sollten die folgenden Thesen berücksichtigt werden:

1. These: Einzigartigkeit und Selbstvergleich

Jeder Mensch ist einzigartig und sollte daher nicht mit anderen verglichen werden. Statt sich mit anderen zu vergleichen, ist es hilfreicher, die eigenen Werte, Haltungen und Einstellungen zum eigenen Selbstkonzept zu reflektieren und zu analysieren. Durch diesen Vergleich mit dem eigenen Selbst können Menschen ihre persönlichen Stärken und Entwicklungsbereiche besser verstehen und gezielt daran arbeiten.

2. These: Entwicklung durch Rahmenbedingungen

Die Entwicklung eines Unternehmens liegt nicht allein in seiner Macht. Stattdessen geht es darum, den Menschen im Unternehmen die Rahmenbedingungen zu schaffen, die es ihnen ermöglichen, sich ihres Selbstkonzepts bewusst zu werden und offen darüber zu kommunizieren. Indem man als Leadership-Coach die Arbeitsumgebung und die Organisationskultur unterstützt, können die Mitarbeiter ihre individuellen Potenziale entfalten und zum Wachstum des Unternehmens beitragen.

Fazit

Indem Du diese Thesen berücksichtigst und in die Coaching-Praxis integrierst, kannst Du als Leadership-Coach einen bedeutenden Beitrag zur persönlichen und beruflichen Entwicklung der Mitarbeiter sowie zum langfristigen Erfolg des Unternehmens leisten. Durch die Förderung von Selbstreflexion, individuellem Wachstum und einer unterstützenden Organisationskultur können Unternehmen eine Umgebung schaffen, in der Mitarbeiter ihr volles Potenzial entfalten können. 

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