Positionierung als Coach Klarheit für eine klare Struktur
Im heutigen Coaching-Markt ist eine klare und authentische Positionierung der Schlüssel, um als Coach sichtbar, wirksam und unverwechselbar zu sein. Diese Lektion unterstützt Dich dabei, dein Profil systematisch zu entwickeln – fundiert, reflektiert und praxisorientiert. Du setzt dich mit deiner fachlichen Ausrichtung, Deinen persönlichen Stärken und Deiner Zielgruppe auseinander und lernst, dies in einer stimmigen Selbstbeschreibung auf den Punkt zu bringen. Die vier Themen dieses Moduls bauen logisch aufeinander auf: Zunächst klären wir, was Positionierung im Coaching überhaupt bedeutet und warum sie weit mehr ist als bloße Vermarktung. Anschließend geht es um die Entwicklung Deiner Coaching-Nische. Also das Feld, in dem du besonders wirksam bist. Darauf aufbauend beleuchtest Du Deine Kernkompetenzen im Sinne des Handlungskompetenzmodells und verstehst, wie sie zur Schärfung Deiner Nische beitragen. Abschließend lernst Du, Deine Positionierung in einem klaren Statement auszudrücken, das sowohl für Dich selbst als auch für Deine potenziellen Klient:innen Orientierung bietet.
Lernziele
Nach der Lektion kannst Du:
- Erklären, was unter Positionierung im Coaching verstanden wird
- Den Unterschied zwischen einer allgemeinen und einer spezifischen Positionierung beschreiben
- Den Nutzen einer klaren Positionierung für deinen Coaching-Alltag benennen
- Definieren, was eine Coaching-Nische ist.
- Beschreiben, wie Du Deine persönlichen Stärken in der Nischenfindung berücksichtigst.
- Erklären, warum die Kenntnis der eigenen Zielgruppe für Deine Positionierung wichtig ist.
- Das Modell der Handlungskompetenz nach Hülshoff beschreiben.
- Deine eigenen Kernkompetenzen anhand der vier Kompetenzfelder reflektieren.
- Erklären, wie Deine Kernkompetenzen zur Schärfung Deiner Coaching-Nische beitragen.
- Die vier zentralen Bausteine eines Positionierungsstatements benennen.
- Ein eigenes, authentisches Positionierungsstatement formulieren.
- Begründen, wie Dein Positionierungsstatement Deine Professionalität als Coach unterstreicht.
Themen dieser Lektion
Wer bin ich als Coach?
Bevor Du Dich positionierst, ist eine ehrliche Auseinandersetzung mit Deiner Identität als Coach der erste Schritt. Es geht um Selbstklärung und nicht um Perfektion.
Ziel: Du gewinnst ein klares Bild von Deiner Haltung, Deinen Werten und dem, was Dich als Coach ausmacht.
Reflexionsfragen
- Was bedeutet es für Dich, Coach zu sein?
- Wofür stehst Du und wofür nicht?
- Welche Erfahrungen und Werte prägen Deine Arbeit?
Beispiel:
Anna, ehemalige Teamleiterin, spürt, dass ihr Führungsstil immer von Empathie geprägt war. Heute nutzt sie diese Qualität, um Führungskräfte zu begleiten, die zwischen Leistungsdruck und Menschlichkeit navigieren müssen. Ihre Rolle als Coach: Raumgeberin mit Struktur.
Übung – Dein innerer Kompass:
- Was motiviert Dich, Menschen zu begleiten? (frei schreiben, 5 Minuten)
- Woran glaubst Du tief in Deinem Inneren, wenn es um Veränderung geht?
- Was sagen andere über Dich, wenn Du sie unterstützt? (Feedback einholen)
Notiere Deine Antworten und achte auf wiederkehrende Begriffe, das sind oft die Kerne Deiner Identität.
Kernaussage
Die Rolle als Coach basiert auf einer klaren Wahrnehmung der eigenen Stärken und Werte. Indem diese in den Coaching-Prozess integriert werden, lässt sich ein authentischer und zielgerichteter Ansatz entwickeln, der sowohl dem Coach als auch dem Klienten zugutekommt. Eine strukturierte Vorgehensweise ermöglicht es, den Prozess individuell anzupassen, während kontinuierliche Selbstreflexion die Weiterentwicklung und Verbesserung der Coaching-Kompetenzen fördert.
Unterschiedliche Coaching-Ansätze und deren Struktur

Coaching ist eine facettenreiche Disziplin, die sich durch verschiedene Ansätze und Methoden auszeichnet. Jeder Ansatz hat seine eigene Struktur, Zielsetzung und Anwendungsgebiete. In dieser Einheit werden vier gängige Coaching-Ansätze vorgestellt:
- Lösungsfokussiertes Coaching
- Systemisches Coaching
- Kognitives Coaching
- Persönlichkeitsorientiertes Coaching
Lösungsfokussiertes Coaching
Struktur des Ansatzes:
- Fokus auf Lösungen, nicht auf Probleme: Anstatt tief in die Ursachen von Problemen einzutauchen, wird der Blick auf die Lösung und die vorhandenen Ressourcen des Klienten gerichtet.
Zentrale Fragen: "Was läuft bereits gut?" und "Wie können wir das noch weiter ausbauen?"
Kurze, zielorientierte Gespräche: Der Klient wird aktiv in die Lösungsfindung eingebunden.
Stärkenorientierung: Die vorhandenen Stärken und Ressourcen des Klienten werden genutzt, um Fortschritte zu erzielen.
Typische Fragen:
- Was läuft schon gut und wie können wir das nutzen?
- Welche kleinen Schritte können sofort unternommen werden, um das Ziel zu erreichen?
Anwendung:
Geeignet für Klienten, die in einem konkreten Bereich schnell Fortschritte erzielen wollen, z. B. im Business-Coaching oder bei der Unterstützung von kurzfristigen Veränderungsprozessen.
Systemisches Coaching
Struktur des Ansatzes:
- Ganzheitlicher Blick: Das systemische Coaching betrachtet den Klienten im Kontext seiner gesamten Lebenswelt, einschließlich Familie, Arbeit und sozialen Netzwerken.
Zirkuläres Fragen: Der Coach stellt Fragen, die den Klienten dazu anregen, die Auswirkungen seines Handelns auf das System zu reflektieren.
Ressourcenorientiert: Der Fokus liegt auf den Wechselwirkungen im System und den Ressourcen, die daraus hervorgehen.
Typische Fragen:
- Wie beeinflusst deine Entscheidung die Menschen um dich herum?
- Welche anderen Perspektiven gibt es in dieser Situation?
Anwendung:
Besonders nützlich in komplexen Coaching-Situationen, wie bei Führungskräften, die ihr Team führen oder bei Familienunternehmen, wo die Dynamik innerhalb des Systems eine zentrale Rolle spielt.
Kognitives Coaching
Struktur des Ansatzes:
- Fokus auf Denkmuster: In diesem Ansatz wird untersucht, wie die Denkmuster des Klienten seine Wahrnehmung und Handlungen beeinflussen.
Veränderung von Denkmustern: Der Coach arbeitet mit dem Klienten daran, limitierende Gedanken zu identifizieren und zu verändern.
Techniken: Hier kommen Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie zum Einsatz, wie z. B. das Erkennen von Verzerrungen oder das Umdenken von negativen Gedanken.
Typische Fragen:
- Welche Gedanken hindern dich daran, dein Ziel zu erreichen?
- Welche Beweise sprechen gegen diese negativen Gedanken?
Anwendung:
Besonders geeignet für Klienten, die an negativen Denkmustern oder Glaubenssätzen arbeiten möchten, die ihre berufliche oder persönliche Entwicklung blockieren.
Persönlichkeitsorientiertes Coaching
Struktur des Ansatzes:
- Individuum im Mittelpunkt: Dieser Ansatz geht davon aus, dass jede Person einzigartig ist und ihren eigenen Weg zur persönlichen Entwicklung finden muss.
Zielsetzung: Die Arbeit konzentriert sich darauf, die persönlichen Werte, Stärken und das Potenzial des Klienten zu entdecken und zu entfalten.
Langfristige Entwicklung: Das Coaching ist darauf ausgelegt, langfristige Veränderungen in der Persönlichkeit des Klienten zu erreichen, z. B. durch Entwicklung von Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl.
Typische Fragen:
- Was sind deine tiefsten Werte und wie spiegeln sie sich in deinem Leben wider?
- Wie kannst du deine Stärken stärker in deine berufliche Rolle integrieren?
Anwendung:
Besonders geeignet für Klienten, die in ihrer persönlichen Entwicklung weiterwachsen wollen, z. B. bei Fragen zu Lebenszielen, Berufung oder Selbstverwirklichung.
Auf einen Blick:
Lösungsfokussiertes Coaching: Sehr pragmatisch und zielorientiert, mit einem starken Fokus auf schnelle Lösungen.
Systemisches Coaching: Betrachtet den Klienten als Teil eines größeren Systems und fördert die Reflexion über Zusammenhänge und Wechselwirkungen.
Kognitives Coaching: Geht in die Tiefe der Denkmuster und arbeitet an deren Veränderung.
Persönlichkeitsorientiertes Coaching: Fokussiert sich auf die langfristige Entwicklung der individuellen Persönlichkeit und Lebensziele.
Übung:
Ordne jedem Fallbeispiel den am besten geeigneten Coaching-Ansatz zu. Notiere kurz, warum Sie diesen Ansatz für den Fall gewählt haben. Überlegen, ob mehrere Ansätze auf ein Fallbeispiel angewendet werden könnten, und erkläre warum.
Hinweis: Lösungsbeispiel am Ende des Themas
Fallbeispiel 1: Ein Teamleiter hat immer wieder Schwierigkeiten, Konflikte innerhalb seines Teams zu lösen. Er weiß, dass er mehr Autorität ausstrahlen muss, aber er fühlt sich überfordert und unsicher, wie er mit der Situation umgehen soll.
Fallbeispiel 2: Eine junge Führungskraft ist unsicher in ihrer Rolle und zweifelt häufig an ihren eigenen Fähigkeiten. Sie hinterfragt ihre Entscheidungen ständig und hat das Gefühl, von ihrem Team nicht ernst genommen zu werden.
Fallbeispiel 3: Eine Mitarbeiterin hat Schwierigkeiten, sich durchzusetzen, da ihre Kolleginnen oft ihre Ideen übergehen. Sie hat das Gefühl, dass ihre Beiträge nicht geschätzt werden, und überlegt, das Team zu wechseln.
Fallbeispiel 4: Ein Klient hat wiederholt das gleiche berufliche Ziel, eine Beförderung zu bekommen, doch er hat nie den Mut, sich um die Stelle zu bewerben. Er glaubt, er sei nicht gut genug und wird sowieso abgelehnt.
Fallbeispiel 5: Ein Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens möchte seine Organisation auf einen neuen Kurs bringen, hat aber das Gefühl, dass viele Mitarbeiter nicht an Bord sind. Er braucht Unterstützung dabei, die Unternehmenskultur zu verändern und die Mitarbeiter zu motivieren.
Kernaussage
Coaching-Ansätze sind vielfältig und bieten unterschiedliche Methoden, um Klienten bei der Erreichung ihrer Ziele zu unterstützen. Jeder Ansatz, sei es lösungsfokussiert, systemisch, kognitiv oder persönlichkeitsorientiert, hat spezifische Stärken und eignet sich für verschiedene Situationen. Ein erfolgreicher Coach muss die Fähigkeit besitzen, die verschiedenen Ansätze zu verstehen und flexibel anzuwenden, je nachdem, welche Bedürfnisse und Ziele der Klient verfolgt. Diese Anpassungsfähigkeit ist entscheidend, um den Coaching-Prozess individuell, effektiv und nachhaltig zu gestalten, da jeder Klient unterschiedliche Herausforderungen und Perspektiven mitbringt.
Lösungsbeispiel
Fallbeispiel 1 (Teamleiter mit Konflikten):
Systemisches Coaching
Begründung: Der Teamleiter muss die Dynamik im Team verstehen, die Wechselwirkungen und Beziehungen reflektieren, um Lösungen zu finden. Ein systemischer Ansatz kann ihm helfen, die Ursachen der Konflikte zu erkennen und das Team besser zu führen.
Fallbeispiel 2 (junge Führungskraft mit Unsicherheit):
Kognitives Coaching
Begründung: Die Führungskraft hat selbstzweifelnde Gedanken und Glaubenssätze, die ihr Vertrauen in ihre Fähigkeiten beeinträchtigen. Ein kognitiver Ansatz hilft, diese Denkmuster zu identifizieren und zu verändern.
Fallbeispiel 3 (Mitarbeiterin mit Durchsetzungsproblemen):
Lösungsfokussiertes Coaching
Begründung: Die Mitarbeiterin benötigt schnelle, konkrete Lösungen und Strategien, um ihre Position im Team zu stärken und ihre Ideen erfolgreich zu präsentieren. Der lösungsfokussierte Ansatz hilft, konkrete Handlungsschritte zu entwickeln.
Fallbeispiel 4 (Klient mit Angst vor Bewerbung):
Persönlichkeitsorientiertes Coaching
Begründung: Der Klient kämpft mit tief verwurzelten Ängsten und mangelndem Selbstwertgefühl. Ein persönlichkeitsorientierter Ansatz könnte ihm helfen, seine Selbstwahrnehmung zu stärken und Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.
Fallbeispiel 5 (Geschäftsführer mit Unternehmenskultur):
Systemisches Coaching
Begründung: Der Geschäftsführer muss die kulturellen und strukturellen Aspekte der Organisation verstehen und verändern. Ein systemischer Ansatz hilft ihm, die verschiedenen Perspektiven und Bedürfnisse der Mitarbeiter zu berücksichtigen, um eine Veränderung erfolgreich umzusetzen.
Die eigene Coaching-Nische finden
Was ist eine Coaching-Nische?
Eine Coaching-Nische ist ein spezifisches Fachgebiet oder ein Bereich, in dem ein Coach seine Expertise und Erfahrung einbringt, um einem klar definierten Klientenkreis zu helfen. Die Nische ermöglicht es einem Coach, sich von anderen abzuheben und gezielt Klienten anzusprechen, die genau nach den spezifischen Fähigkeiten und Erfahrungen suchen, die der Coach bietet.
Beispiel:
Ein Coach, der sich auf berufliche Neuorientierung für Menschen nach der Elternzeit spezialisiert, spricht eine ganz andere Zielgruppe an als jemand, der sich auf Führungskräfte im Bereich Digitalisierung fokussiert. Beide haben eine klare Nische, aber unterschiedliche Zielgruppen.
Warum ist es wichtig, eine Nische zu finden?
- Abgrenzung vom Wettbewerb: Eine klare Nische hilft dir, dich in einem überfüllten Markt abzuheben. Du kannst dich als Experte für ein bestimmtes Thema positionieren.
- Zielgerichtetes Marketing: Wenn du weißt, welche spezifischen Bedürfnisse deine Klienten haben, kannst du deine Marketingstrategie effizienter und zielgerichteter gestalten.
- Wachstum und Expertise: Indem du dich auf eine bestimmte Nische fokussierst, kannst du deine Fähigkeiten weiter vertiefen und dich als Experte etablieren, was zu einer stärkeren und vertrauensvolleren Kundenbindung führt.
Die Bedeutung der Kernkompetenz in der Nischenfindung
Die Kernkompetenz beschreibt die Fähigkeit, in einem bestimmten Bereich besonders souverän, sicher und wirksam zu handeln, selbst unter schwierigen Bedingungen. Sie ist die Essenz dessen, was Dich als Coach ausmacht: Deine einzigartige Kombination aus Wissen, Erfahrung, Haltung und persönlicher Stärke. Um die eigene Coaching-Nische zu finden, ist es entscheidend, diese Kernkompetenzen bewusst zu erkennen und gezielt einzusetzen.
Zur Einordnung hilft das Modell der Handlungskompetenz von Hülshoff, das vier zentrale Kompetenzfelder beschreibt, die sich gegenseitig ergänzen und in ihrer Verbindung zur Entfaltung von Kernkompetenz führen:
- Fachkompetenz:
Dein Wissen, Deine Methodenkenntnis und dein Verständnis von Coaching-Prozessen und Theorien.
Beispiel: Du kennst verschiedene Coaching-Ansätze und kannst diese gezielt im Prozess einsetzen. - Methodenkompetenz:
Die Fähigkeit, Dein Wissen flexibel und situationsgerecht anzuwenden.
Beispiel: Du weißt nicht nur, was systemisches Fragen ist, sondern kannst es wirkungsvoll einsetzen an den jeweiligen Klienten anpassen. - Sozialkompetenz:
Deine Fähigkeit, mit Menschen in Beziehung zu treten, Empathie zu zeigen, Feedback zu geben und Konflikte konstruktiv zu begleiten.
Beispiel: Du schaffst vertrauensvolle Räume, in denen sich Klient:innen öffnen können. - Selbstkompetenz:
Deine persönliche Reife, Selbstreflexion, Authentizität und innere Stabilität.
Beispiel: Du kannst Deine Rolle als Coach klar halten, auch wenn Emotionen im Raum sind oder der Prozess stagniert.
Die Kernkompetenz liegt im Zusammenspiel all dieser Felder. Sie wird sichtbar, wenn Du in deiner Coaching-Praxis authentisch, handlungsfähig und professionell bleibst, auch in komplexen oder herausfordernden Situationen. Genau diese Stärke macht den Unterschied in deiner Nischenpositionierung: Deine Kernkompetenz gibt deiner Nische Tiefe, Glaubwürdigkeit und Substanz.
Beispiel:
Du hast eine hohe Selbstkompetenz (z. B. durch tiefe Reflexionserfahrung), gepaart mit fundierter Fach- und Methodenkompetenz im Bereich Resilienz. Dann könnte deine Nische lauten: Coaching für Fachkräfte im Gesundheitswesen zur Stärkung der inneren Widerstandskraft im Berufsalltag.
Wie finde ich meine eigene Coaching-Nische?
Es gibt verschiedene Wege, die eigene Nische zu finden. Der Prozess umfasst Selbstreflexion, Marktanalyse und die Identifikation der eigenen Stärken und Interessen.
Schritt 1: Reflexion der eigenen Stärken und Interessen
Überlege Dir, in welchen Bereichen Du besonders kompetent bist und welche Themen Dir am meisten Freude bereiten. Welche Arten von Menschen und Problemen interessieren Dich besonders? Welche Deiner Fähigkeiten und Erfahrungen möchtest Du in den Coaching-Prozess einbringen?
Beispiel:
Wenn du schon viele Jahre im Management gearbeitet hast und es Dir Freude bereitet, anderen bei der Führung von Teams zu helfen, könnte eine Nische im Bereich Führungskräfte-Coaching oder Team-Management sinnvoll sein.
Schritt 2: Zielgruppenanalyse
Überlege, welche Zielgruppen von Deinem Coaching profitieren könnten. Wer sind die Menschen, die von Deinen Erfahrungen und Deinem Wissen am meisten profitieren? Welche Probleme könnten sie haben, die Du lösen kannst?
Beispiel:
Wenn Du Dich für die Unterstützung von kreativen Berufen interessierst und selbst im künstlerischen Bereich tätig warst, könntest Du Dich auf Coaching für Künstler oder kreative Unternehmer spezialisieren.
Schritt 3: Marktanalyse
Untersuche den Markt, um zu sehen, welche Nischen bereits existieren und welche Lücken möglicherweise noch nicht ausreichend bedient werden. Gibt es Bereiche, in denen Du ein einzigartiges Angebot machen kannst? Welche Coaching-Nischen sind stark nachgefragt?
Beispiel:
Vielleicht stellst Du fest, dass es wenig Coaches gibt, die sich auf die mentale Gesundheit von Führungskräften in stressigen Industrien (wie z. B. dem Gesundheitswesen oder der IT) spezialisiert haben. Hier könntest du eine Marktlücke entdecken und Dich auf dieses Thema fokussieren.
Das Konzept der Positionierung
Nachdem Du Deine Nische gefunden hast, geht es darum, Dich als Experte in diesem Bereich zu positionieren. Eine klare Positionierung hilft Dir, Dich von anderen Coaches abzuheben und Deinen Klienten zu zeigen, warum sie gerade Dich wählen sollten.
Fragen zur Positionierung:
- Welche einzigartigen Fähigkeiten bringst Du in Deine Nische ein?
- Was unterscheidet Dich von anderen Coaches in Deiner Nische?
- Welche Werte und Perspektiven sind Dir wichtig und wie spiegeln sie sich in Deinem Coaching wider?
Beispiel:
Du hast eine Nische im Bereich „Coaching für selbstständige Unternehmer“, und Deine Positionierung könnte sein: „Ich helfe kreativen Unternehmern, ihre Arbeitsweise zu optimieren und ihre Visionen in profitables Wachstum umzusetzen.“ Dein Alleinstellungsmerkmal könnte sein, dass Du selbst als Unternehmer erfolgreich warst und aus erster Hand verstehst, wie man die Herausforderungen im Business meistern kann.
Kommunikation der Nische
Um Deine Nische effektiv zu kommunizieren, ist es wichtig, Deine Zielgruppe zu kennen und gezielt anzusprechen. Dein Marketing, Deine Webseite und Deine Social-Media-Strategie sollten Deine Nische klar widerspiegeln.
Tipps zur Kommunikation:
- Verwende klare Sprache, die Deine Zielgruppe direkt anspricht.
- Zeige in Deinen Inhalten (z. B. Blogposts, Webinaren, Social Media) Deine Expertise.
- Nutze Testimonials und Fallstudien, um zu zeigen, wie du Deinen Klienten geholfen hast.
Beispiel:
Du könntest auf Deiner Webseite ein Fallbeispiel veröffentlichen, in dem Du einem selbstständigen Grafikdesigner geholfen hast, seine Zeit besser zu managen und so mehr Aufträge zu gewinnen. Das spricht genau die Zielgruppe an, die ähnliche Herausforderungen hat.
Weiterentwicklung und Anpassung der Nische
Deine Coaching-Nische ist nicht in Stein gemeißelt. Im Laufe der Zeit können sich Deine Interessen, Fähigkeiten und der Markt verändern. Es ist wichtig, Deine Nische regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Bleibe flexibel und entwickle Dich als Coach weiter.
Beispiel:
Wenn Du zu Beginn vor allem Coaching für Einzelpersonen angeboten hast, merkst Du vielleicht nach einiger Zeit, dass Du großes Interesse daran hast, Teams zu coachen. Dann kannst du Deine Nische anpassen und Dich auf Teamentwicklung konzentrieren.
Beispielhafte Nischen für Coaches
- Führungskräfte-Coaching:
Für Führungskräfte, die ihre Teamführungskompetenzen verbessern oder schwierige Veränderungen meistern wollen. - Karriere-Coaching:
Für Menschen, die sich beruflich neu orientieren oder nach einer längeren Auszeit wieder ins Arbeitsleben zurückkehren möchten. - Coaching für Kreative:
Für Künstler, Designer, Schriftsteller oder kreative Unternehmer, die Herausforderungen im Berufsalltag meistern müssen. - Gesundheits- und Wellness-Coaching:
Für Klienten, die ihre körperliche und geistige Gesundheit verbessern wollen. - Startup-Coaching:
Für Gründer und Selbstständige, die ihre unternehmerischen Fähigkeiten weiterentwickeln und ihre Unternehmen erfolgreich aufbauen möchten.
Kernaussage
Die Suche nach der eigenen Coaching-Nische ist ein Prozess, der sowohl Selbstreflexion als auch Marktforschung erfordert. Indem du deine Kernkompetenzen (spezifische Fähigkeiten und Stärken) mit deinen Interessen und den Bedürfnissen deiner Zielgruppe in Einklang bringst, kannst du eine Nische finden, die dir ermöglicht, dich als Coach effektiv zu positionieren. Eine klare Nische gibt dir nicht nur ein klares Alleinstellungsmerkmal, sondern hilft dir auch, gezielt Klienten anzusprechen, die von deinem einzigartigen Angebot am meisten profitieren können.
Erstellen eines Positionierungsstatements
Was ist ein Positionierungsstatement?
Ein Positionierungsstatement beschreibt in ein bis zwei Sätzen:
- Für wen Du als Coach da bist (Zielgruppe),
- Wobei Du hilfst (Themen, Herausforderungen),
- Wie Du dabei vorgehst (Ansatz, Haltung, Methode),
- und was Dich besonders macht (Kernkompetenz, Alleinstellungsmerkmal).
Es ist kein Werbetext, sondern eine klare, authentische Selbstbeschreibung, die Orientierung gibt und sowohl für Dich als Coach als auch für Deine potenziellen Klient:innen.
Bausteine des Statements
Die folgenden Fragen helfen beim Aufbau:
- Wer ist Deine Zielgruppe?
(z. B. Gründerinnen, junge Führungskräfte, berufstätige Mütter, Menschen in der Neuorientierung…) - Welches Anliegen oder Problem begleitet diese Zielgruppe?
(z. B. Entscheidungsunsicherheit, Stressbewältigung, Karriereplanung, Selbstführung…) - Was bietest Du an bzw. wie begleitest Du?
(z. B. mit systemischem Coaching, stärkenorientiert, klar strukturiert, kreativ…) - Was macht Dich besonders geeignet für diese Arbeit?
(z. B. eigene Erfahrung, fachlicher Hintergrund, Haltung, spezifische Methodenkompetenz…)
Beispielhafte Positionierungsstatements
- „Ich begleite junge Führungskräfte dabei, ihre Rolle mit Klarheit und Selbstvertrauen zu gestalten – mit einem strukturierten, stärkenfokussierten Coachingprozess.“
- „Ich unterstütze Menschen in der beruflichen Neuorientierung dabei, ihre innere Klarheit zu finden und mutig neue Wege zu gehen – durch empathisches, tiefgehendes Coaching mit kreativen Methoden.“
- „Als Coach für selbstständige Frauen helfe ich dabei, innere Blockaden zu lösen und ein stimmiges Business-Modell zu entwickeln – authentisch, praxisnah und auf Augenhöhe.“
Übung: Dein eigenes Positionierungsstatement formulieren
Schritt 1 – Reflexion (schriftlich oder im Austausch)
- Wer ist meine Zielgruppe?
- Welches Anliegen bringe ich auf den Punkt?
- Was zeichnet meine Art zu coachen aus?
- Was ist meine besondere Stärke oder mein Hintergrund?
Schritt 2 – Rohversion schreiben
Formuliere aus den Antworten einen ersten Entwurf Deines Statements. Nutze einfache Sprache und schreibe so, dass es für Deine Zielgruppe verständlich ist.
Schritt 3 – Feedback & Feinschliff
- Lies Dein Statement jemandem vor.
- Hol Dir eine Rückmeldung: Ist es klar? Greifbar? Authentisch?
- Überarbeite Dein Statement anhand des Feedbacks.
Verbindung zur Kernkompetenz (Handlungskompetenz-Modell)
Reflektiere, welche Kernkompetenzen (nach dem Modell von Hülshoff) sich in deinem Statement wiederfinden:
- Zeigt sich Deine Fach- oder Methodenkompetenz?
- Wird deine Selbstkompetenz (z. B. Haltung, Klarheit, Resilienz) spürbar?
- Spiegelt sich deine Sozialkompetenz im Ansatz wider?
Dies stärkt die Authentizität deines Statements und verbindet deine Positionierung mit deiner Persönlichkeit und deinem professionellen Fundament.
Weiterdenken & Anwenden
- Was nehme ich aus der Formulierung meines Statements mit?
- Wie möchte ich mein Positionierungsstatement weiter nutzen? (z. B. Website, Social Media, Elevator Pitch)
- Wie verändert sich mein Blick auf mich als Coach durch die Klarheit in der Positionierung?